Bonbonbunt

Puccini: Turandot
Köln | Staatenhaus

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Wenn, wie in Köln, ein Opernhaus saniert wird und Schlamperei am Bau und endlose Rechtsstreitigkeiten die armen Opernschaffenden dazu zwingen, ewig und drei Tage an (meist ungeeigneten) Ausweichspielstätten zu produzieren, verschieben sich ganz unterschwellig die Maßstäbe für eine gute Aufführung.

Dann entscheiden nicht mehr in erster Linie die Brillanz eines Orchesters, das Rollenprofil einer Sängerin oder die Schlüssigkeit eines Regiekonzepts, sondern nur noch, wie alle mit den schwierigen räumlichen, akustischen und arbeits­praktischen Verhältnissen zurechtkamen – nach der Devise «nicht schlecht, wenn man bedenkt ...». Aber: muss man sich damit zufrieden geben?

In den ehemaligen Messehallen des Kölner Staatenhauses, wo sich die Oper seit einiger Zeit installiert hat, ist es vor allem das Gürzenich-Orchester, das zu leiden hat. Da man die Musiker nicht im Graben versenken kann (es gibt keinen) oder, wie den Chor, über die Bühne scheuchen darf, sind sie mal in eine Seitenecke des Saales gequetscht oder – wie in der aktuellen «Turandot» – hinter die Bühne verbannt. Da wirken sie, in der Tiefe des Raumes hinter einem Gazeschleier, wie eine schamhaft versteckte Gruppe von ...

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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Michael Struck-Schloen

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