Bitter vergnüglich
«Die Ausflüge des Herrn Brouček» gehören zu den selten gezeigten Meisterwerken Janáčeks. Und zwar deswegen, weil die 1917, unmittelbar vor «Katja Kabanowa» entstandene Oper nicht als solches gilt. Begründet wird das Urteil mit dem chaotischen Libretto, an dem mindestens vier Autoren beteiligt waren, unter ihnen auch der Komponist; schon die literarische Vorlage ist ziemlich disparat, handelt es sich doch um gleich zwei Romane Svatopluk Čechs: «Herrn Broučeks Ausflug zum Mond» und «Herrn Broučeks Ausflug ins 15. Jahrhundert».
Doch funktioniert Janáčeks fünfte Oper dramaturgisch ausgezeichnet, wenn sich, wie jetzt in Prag, die Regisseurin Sláva Daubnerová ihrer annimmt und das gesamte Team stimmige, traumhaft schöne Beiträge liefert. Hier steht die Moritat vom Kleinbürger Brouček (auf Deutsch: ‹Käfer›) gleichermaßen für eine köstliche Komödie wie für eine philosophische Tragödie, überwältigend in der Bildhaftigkeit seiner mannigfaltigen Milieus und rein musikalisch über jeden Zweifel erhaben. Mehr als in anderen Bühnenwerken bemüht Janáček hier die Leitmotivtechnik, was den abrupten Szenen- und Stimmungswechseln strukturellen Halt verleiht. Teils schwelgerisches, teils ironisches ...
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Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Panorama, Seite 62
von Volker Tarnow
Die Tränen Sofias sind anders. Irgendwie weicher, samtiger. Dass sie aber so reichlich vom Himmel herabkullern, überrascht selbst Einheimische. Frühling sollte es sein, wenn Gäste aus aller Damen und Herren Länder in die bulgarische Kapitale kommen, aus Kanada und Österreich, Schweden und den USA, aus Litauen und Lettland, um sich im schmucken Opernhaus drei Tage...
Am Ende gibt es Kusshände fürs Publikum. Jens-Daniel Herzog wirft sie auch jenen zu, die laute Buhs in Richtung Bühne brüllen, zeigen sie doch, dass er mit seiner Inszenierung zumindest wieder eine Reaktion erzwingen konnte bei seinen Dortmundern. Nach sieben Jahren Opernintendanz wechselt Herzog zur kommenden Spielzeit ans Staatstheater Nürnberg. Was von ihm im...
Frau Bridges, Sie wollten mal Basketball-Profi werden. Letztlich haben Sie sich für eine Sängerkarriere entscheiden. Ist Singen Leistungssport?
Aber sicher. Es geht da natürlich nicht so athletisch zur Sache wie beim Training oder im Spiel auf dem Feld. Doch auch auf der Bühne muss man Höchstleistungen bringen. Ich war nie mit Mittelmaß zufrieden, auch früher nicht...
