Bayerische Talentschmiede
Als Volkstheater war das heutige Staatstheater am Gärtnerplatz konzipiert, als es 1865 in München eröffnet wurde. Seitdem hat es wechselhafte Geschicke durchlaufen, aber als Faustregel galt immer: Dem Haus ging es umso besser, je stärker es sich schon im Repertoire von der größeren, finanziell bessergestellten Bayerischen Staatsoper in derselben Stadt absetzte. Je mehr es sich also – ähnlich wie die Komische Oper Berlin oder die Wiener Volksoper – auf die «leichte Muse» in ihrer ganzen Bandbreite fokussierte. Josef E.
Köpplinger, seit gut zehn Jahren Intendant, hat sie definitiv gestärkt, auch mit Uraufführungen in Operette und Musical. Und will in Zukunft dafür sogar den Nachwuchs im eigenen Haus heranziehen: Mit der Spielzeit 2023/24 hat das Gärtnerplatztheater ein eigenes Opernstudio eröffnet, in dem der Schwerpunkt stark auf Spieloper und Operette liegen soll. Schließlich sorgt die klassische Sängerausbildung in Musikhochschulen nicht unbedingt dafür, dass ihre Absolventen auch einen Dialog auf den Punkt servieren oder Schwung in einen Bühnentanz bringen können. Das lernt man besser an Musical-Schulen, die wiederum in der Regel keine Stimmen hervorbringen, die ohne Mikroport ...
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Opernwelt November 2023
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Michael Stallknecht
Schön geträumt?», fragt das Staatstheater Darmstadt im Motto der neuen Spielzeit, die Wünsche und Ängste, Zukunftsvisionen und Realitätsverlust in den Fokus rückt. Da liegt es auf der Hand, die Saison 2023/24 mit Offenbachs «Les Contes d’Hoffmann» zu eröffnen – der schwarzromantischen Traumoper par excellence. Als Einfallstor ins Reich der Fiktionen fungiert in...
Eine Sprossenwand gibt es, ein paar Turnmatten, Ringe und einen Boxsack. Doch ins Schwitzen gerät nur die stumme Statisterie mit gut definierten Astralkörpern und knappsitzenden Trainingshosen. Die eigentlichen Protagonisten tragen gern helle Sommeranzüge. Pro forma riskiert man ein paar Übungen in der Gymnastikhalle. Das passt zum Stücktitel, der mit «L’Olimpiade»...
Das Bild besaß Symbolcharakter: Während der Ouvertüre zu Richard Wagners romantischer Oper «Lohengrin», die im Graben des Hessischen Staatstheaters bei der (szenisch leider völlig missglückten) Premiere ohnehin eher nach Verkrampfung als nach Verklärung klang, klemmte es irgendwo in der Soffitte und blieb das riesige schwarze Stofftuch zwischen Himmel und Erde...
