Außer Form
Was man denn bevorzuge? Ein Fragebogen findet sich irgendwann im Mail-Eingang, «mehrfaches Ankreuzen sehr erwünscht»: Schubertiade? Kindergeburtstag? Fußbad? Zuhören und/oder Mitsingen? «Regno della musica – Terra», das zielt quasi auf Kunst à la carte. Ortstermin in der Münchner Fürstenstraße also. Man schaut einer temporären WG beim Proben und Kochen zu, führt, umweht vom Duft gebratener Zwiebeln, Gespräche mit liebenswerten Menschen. Als Ergebnis des mehrtägigen Zusammenseins ist eine Daphne-Kammeroper geplant.
Ob das Happening sein soll oder Experiment? Man erfährt es nicht. Eine dunkle Ahnung keimt bald. Die Realität als Realität, ungebrochen, ungeformt – ist das überhaupt noch (Musik-)Theater?
Schon 2016, beim ersten Durchgang der Münchener Biennale unter Daniel Ott und Manos Tsangaris, musste die Frage zu oft mit nein beantwortet werden. Die 2018er-Auflage ging nicht so gründlich schief, sie war verdichteter, selbstironischer. Doch ein Problem, ein womöglich existenzgefährdendes, bleibt: Ott und Tsangaris wollen weg von der kanalisierten Großform, die unter Hans Werner Henze und Peter Ruzicka gepflegt wurde, hin zu einer Öffnung von Strukturen und Spielorten. ...
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Das Stück ist ein Klassiker des zeitgenössischen Musiktheaters. Um die 500 Aufführungen hat Wolfgang Rihms «Jakob Lenz» seit der Hamburger Uraufführung 1979 erlebt. Zu Recht, glückte doch dem damals 27-Jährigen mit seiner konzentrierten Komposition ein beinahe zeitloser Wurf. Im Grunde ist diese Kammeroper ein einziger großer Monolog für einen in jeder Hinsicht...
Argentinien
Buenos Aires
Teatro Colón
Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Piedade: 25., 26.
– Debussy, Pelléas et Mélisande: 31. (P); 2., 4., 7.9.
ML: Diemecke, I: Tambascio, B: Boni, K: Ruiz, S: Cangemi, Filianoti, Maze, Mayer, Mastrángelo
Australien
Adelaide
State Opera of South Australia
Tel. +61-8-82 26 47 90
www.saopera.sa.gov.au
– Die Meistersinger von...
Je unpoetischer eine Nation oder Zeit ist, desto leichter sieht sie Scherz für Satire an, so wie sie umgekehrt die Satire mehr in Scherz verwandelt, je unsittlicher sie wird.» Jean Pauls Diktum aus seiner «Vorschule der Ästhetik» sollte allen Theatermachern zu denken geben, denen die Komödie und die Opera buffa am Herzen liegen. Nichts ist hier so, wie es zu sein...
