Aus einem Guss
«Was für ein abscheulicher Stoff, nicht ein gutes oder edles Gefühl darin!» So charakterisierte Alexander Puschkin die Geschichte vom ukrainischen Kosaken-Hetman Iwan Mazeppa, die zur Grundlage seines großen Versepos «Poltawa» wurde. In der Tat: Mazeppa, der schon zur Zeit Peters des Großen eine unabhängige Ukraine anstrebte, ist eine zwielichtige Figur. Im Großen Nordischen Krieg kämpfte er gegen Russland; den Ukrainern gilt er darum bis heute als Freiheitsheld, den Russen als Verräter.
Seine Gegner verfolgte er mit brutaler Gewalt – selbst seinen Schwiegervater und früheren Freund, den Gutsbesitzer Kotschubej, ließ er foltern und töten. Er hatte dessen Tochter Marija gegen den Willen des Vaters geheiratet: eine unkonventionelle Ehe über Standes- und Altersgrenzen hinweg – der alternde Kosak und die jugendliche Gutsbesitzerstochter. Kotschubej seinerseits hatte Mazeppa beim Zaren denunziert. Ruchloser Pragmatismus und konservatives Beharrungsvermögen stehen sich hier im Politischen wie im Privaten gegenüber: Der Kampf um die Macht wird mit allen Mitteln ausgetragen. Am Ende unterliegt auch Mazeppa: In der Schlacht bei Poltawa wird er an der Seite der Schweden vernichtend ...
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