Aus der Hölle ins Paradies
Geschlossene Aufführungen von Puccinis «Trittico» sind rar. Das war schon nach der Uraufführung am 14. Dezember 1918 in New York absehbar. Die drei völlig unterschiedlichen Geschichten – «Il tabarro» spielt im großstädtischen Paris der Jahrhundertwende, «Suor Angelica» in einem abgeschiedenen Nonnenkonvent, «Gianni Schicchi» 1299 in Florenz – überzeugten das Publikum nicht dauerhaft, auch ein Mangel an Arien wurde kritisiert.
Was blieb von «Il trittico» außer «O mio babbino caro» und «Senza mamma»? Immer wieder Aufführungen von einzelnen Teilen in Kombination mit anderen Kurzopern.
Den kompletten «Trittico» bietet in dieser Spielzeit Karlsruhe in einer Wiederaufnahme. Anfang kommenden Jahres wird Katharina Wagner an der Deutschen Oper Berlin ihre Sicht auf Puccini präsentieren. Ihr kam jetzt am Mainzer Staatstheater eine weitere Regisseurin zuvor: Anouk Nicklisch. Sie zäumt das Pferd von hinten auf: Der Schlussteil, die Komödie «Gianni Schicchi», schildert eine Episode aus Dantes «Göttlicher Komödie». Aus deren Grundpfeilern hat die Regisseurin ein Konzept abgeleitet, das mit den inhaltlich autarken Stücken gut funktioniert. Man erlebt die Geschichte einer Läuterung aus der Hölle ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Ort war nicht gut gewählt für das, was von und für Cecilia Bartoli bei ihrem Gastspiel im Rahmen der RuhrTriennale in Bochum angekündigt war: «Un Viaggio Nel Barocco Italiano». Als Industriedenkmal mag die mit modisch-eleganter Schäbigkeit restaurierte Jahrhunderthalle einen wehmütigen Zauber ausstrahlen, aber unter ihrem hellen Glasdach konnte der dunkle...
«Ich stehe vor einem Wunder», soll Alban Berg geäußert haben, als er im März 1929 in Oldenburg die erste deutsche Produktion seines «Wozzeck» nach der Berliner Uraufführung von 1925 erleben durfte, und seitdem gilt diese Oper am Oldenburgischen Staatstheater als eine Art Vorzeigestück der Moderne. Ein Anspruch, dem die Neuinszenierung von Bruno Klimek in...
Der große Aufbruch war es noch nicht. Aber das war nach zweiunddreißig am Ende nur noch quälend langen Jahren seines Vorgängers auch nicht zu erwarten. Wulf Konold, der die Ludwigsburger Festspiele seit diesem Jahr als Nachfolger des höchst widerstrebend gegangenen Wolfgang Gönnenwein leitet, beließ zunächst einmal vieles beim Alten – angesichts der kurzen...
