Auftrag: Oper!
Eine reiche Opernliteratur wünschten sich die offiziellen Taktgeber der DDR-Kulturpolitik nach 1949. Nur musste diese sich sowohl ästhetisch als auch politisch den marxistisch-materialistischen Vorgaben des Landes anpassen, sprich: dem Idealtypus eines sozialistisch-realistischen Musiktheaters entsprechen. Aus diesem latenten Widerspruch generierten die Komponisten und Librettisten eine Kunstform, die einerseits – aus dem Geiste Brechts und Weills – dialektisch geformt war, andererseits aber nach eigenen Figurationen, Formen und Farben suchte.
30 Jahre nach der sogenannten Deutschen Einheit stellt sich die Frage, was übriggeblieben ist von jenen Opern, die in einem heute nahezu vergessenen Land geschrieben wurden, welchen Stellenwert sie – zu Recht oder Unrecht – genießen und welche Aufführungschancen weiterhin bestehen
Befragt danach, ob und wenn ja, welche Werke aus dem Repertoire der in der DDR komponierten Opern über ihre Entstehungszeit hinaus wirksam werden könnten, zögere ich zunächst, da ich eigentlich keinen theaterpraktisch dringlichen Grund sehe, einer solchen Frage nachzugehen – die Theater kommen seit 20 Jahren gut ohne Werke aus diesem Fundus aus. Vereinzelte ...
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Opernwelt Jahrbuch 2020
Rubrik: Musiktheater in der DDR, Seite 136
von Thomas Wieck
Kein anderes Werk des Standardrepertoires weckt so viel geballtes Unbehagen wie Beethovens einzige Oper «Fidelio». Gibt man nicht gleich dem Komponisten selbst die Schuld, indem man dem Theaterfremden die Begabung zum Opernschreiben rundweg abspricht, so mindestens den beteiligten Librettisten, denen es selbst in drei Anläufen nicht gelungen sei, ein dramatisch...
Seit die Opéra de Lyon 2009 zum ersten Mal Klimabilanz zog, ist das Interesse an ökologischem Wirtschaften in Kulturinstitutionen stetig gewachsen. Ein Haus wie die Göteborgs Operan stellt inzwischen sämtliche Arbeitsbereiche auf den Prüfstand – von der Stromversorgung oder dem Kulissenbau und Kantinenangebot bis zur Reisepraxis und Schwarzlicht-Schminke. Auch am...
Ihren Ruf als innovativstes Haus der französischen Kapitale bekräftigte die Opéra Comique in der vergangenen Spielzeit u. a. mit der Uraufführung einer Literaturoper des Sciarrino-Schülers Francesco Filidei: «L’Inondation». Den Text schrieb (nach einer Novelle Jewgeni Samjatins aus dem Jahr 1929) Joël Pommerat, einer der einflussreichsten Akteure des frankophonen...
