Auf Sturmes Höhen

Aus gegebenem Anlass: Einige Anmerkungen zu den Bühnenwerken von SERGEJ RACHMANINOW

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Nein, dieses Bildnis, das in der Birmingham Museum and Art Gallery hängt und den (englischen) Titel «HELL, Canto 5» trägt, ist nicht bezaubernd schön. Schauderhaft ist es. Aber eben auch faszinierend, irrlichternd, inspirierend.

Sein Schöpfer William Blake stellt darin mit Stift, Feder und Aquarellfarben die unendlichen, von einem gewaltigen Sturm durcheinandergewirbelten Seelen jener prominenten Wollüstigen, unglücklich Liebenden dar, wie sie uns im Fünften Gesang aus dem Inferno von Dantes «Divina Commedia» mehr entgegengleiten als entgegentreten: Semiramis, Kleopatra, Dido, Helena, Achill, Paris, Tristan. Und auch zwei «Zeitgenossen» Dantes, der von Vergil durch diesen Höllenkreis geführt wird, sind (gleich in verdoppelter Gestalt) inmitten dieses Stromes aus nackten Leibern zu sehen: Francesca da Rimini und Paolo Malatesta. Ihre Verbindung war nicht gottgegeben, deswegen sind sie ebenfalls an diesem verruchten, gleichwohl lichtdurchfluteten Ort gestrandet. Als Francesca die Geschichte ihrer unmöglichen Liebe erzählt, ist der Dichter so gerührt, dass er, von Mitleid bewegt, ohnmächtig zu Boden sinkt. Da liegt er nun zu Füßen Vergils, der, in einen Heiligenschein gehüllt, das ...

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Opernwelt Mai 2022
Rubrik: Essay, Seite 66
von Jürgen Otten

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