IN ZÄRTLICHSTEN FARBEN

Strauss-Lieder mit und ohne Worte von Sheva Tehoval und Georg Michael Grau sowie von Sarah Wegener und Götz Payer

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Richard Strauss war nicht nur als einer der Gründungsväter der GEMA Zeitgenosse der Zukunft, er führte auch das Lied aus der Intimität des Salons aufs Podium der Konzertsäle und damit ins Geschäftsleben. Natürlich tat er damit auch Pauline de Ahna, seiner Frau, einen Gefallen; er wollte, ja, musste sie promoten, um sich seine Seelenruhe zu erhalten. Zahlreiche seiner Liedschöpfungen haben andere Widmungsträger, doch wird das geliebte «Pauxerl» überall wie hinter Milchglas sichtbar.

 

Auch aus dieser Perspektive sind Strauss-Lieder durch ihre glänzende kompositorische Machart auf Wirkung hin geschneidert und bieten solchermaßen ein gutes Sprungbrett für vielversprechende Karrieren im Bereich des (weiblichen) Kunstliedgesangs. Eine solche dürfte Sheva Tehoval, der in Brüssel geborenen Tochter eines französischen Jazzmusikers, bevorstehen. Mit ihrem silbrig-kristallenen Timbre findet sie für jedes der von ihr interpretierten zwölf Strauss-Piecen den passenden Ton, die passende Farbe; mal zärtlich wie in «Die Nacht», mal triumphierend wie in «Glückes genug», mal melancholisch wie etwa in «Ach, Lieb’, ich muss nun scheiden». Vorzüglich gelingt ihr das Ausspinnen des Tons con un filo di ...

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Opernwelt Mai 2022
Rubrik: Hören, sehen, lesen, Seite 34
von Gerhard Persché

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