Auf höchstem Energielevel
Geschwindigkeit hat es ihm angetan. Wenn Nicholas Brownlee ein Ziel ansteuert, dann mit größtmöglicher Energie und maximalem Tempo. Mit 13 setzt ihn sein Vater zum ersten Mal in ein Rennauto. Schon früh zeigt sich, dass er Talent zum Rennfahrer hat. Zehn Jahre lang fährt er Sportrennen quer durch den Südosten der USA. Als Jugendlicher hört er vor allem Rap und Countrymusik. «Damals kannte ich keine einzige Oper und hatte noch nie ein Kunstlied gehört», gesteht der Bariton.
Seine Leidenschaft für das Singen erwacht erst im Kirchenchor, wo seine kräftige Stimme aufhorchen lässt und intensiv gefördert wird. Nach den Autorennen fährt Brownlee nachts oft Hunderte von Kilometern nach Hause, um am Sonntagmorgen pünktlich in der Kirche zu sein. Nach der Highschool studiert er Chorleitung und Dirigieren. An seiner Abneigung gegen die Oper ändert das nichts. «Das war einfach nicht meine Welt.»
Doch als er als Choraushilfe von der Seitenbühne zum ersten Mal eine Aufführung von «La traviata» erlebt, packt ihn das Opernfieber: «Das war der Aha-Moment, der mein Leben für immer verändert hat. Die Aufführung war an einem Sonntag. Tags darauf wechselte ich schon mein Hauptfach in Vocal performance ...
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Opernwelt August 2021
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Silvia Adler
Die meisten Dirigenten der Gründergeneration der historisch informierten Aufführungspraxis begannen zunächst als Instrumentalisten – Nikolaus Harnoncourt als Cellist, Frans Brüggen als Flötist, Sigiswald Kuijken als Geiger, William Christie, Christopher Hogwood und Ton Koopman als Cembalisten. Jordi Savall ging denselben Weg und fällt doch aus dem Rahmen. Er hat...
Zwangsherrschaft à la Scarpia ist ohne kirchlichen Segen nicht denkbar, die unheilvolle Allianz von politischer und religiöser Unterdrückung mündet geradewegs in eine mit sexuellen Obsessionen angefüllte Folterkammer – wie jenen kurzlebigen faschistischen Reststaat von Salò, den wir aus Pier Paolo Pasolinis Film «Die 120 Tage von Sodom» kennen.
Das jedenfalls ist...
Am Rande des Nervenzusammenbruchs und einen Schritt darüber hinaus – so wohl ließe sich die emotionale Ausgangslage in Cordula Däupers Inszenierung von Mozarts «La finta giardiniera» am besten charakterisieren. Den Auftakt bildet ein Treppensturz: Mit Karacho lässt die Regisseurin ihre Titelheldin aus der Vorgeschichte der Oper direkt im ersten Akt aufprallen. Bei...
