Auf Gold- und Geldsuche
Now it’s Partytime»: Die Dame in der maßgeschneiderten, exklusiven, zitronengelben Robe lässt sich nichts anmerken an diesem Abend. Das ist Lilli Paasikivis Einstand, und den sollen ihr die schlechten Nachrichten, die sie erst wenige Wochen zuvor ereilt haben, nicht verderben.
Und so hält die neue Intendantin der Bregenzer Festspiele auf Englisch eine souveräne Laudatio auf all jene, die am Gelingen ihrer ersten Premiere im Festspielhaus beteiligt waren: Man spürt die Souve -ränität des Bühnenprofis, denn die Kulturmanagerin aus Finnland stand als Sopranistin auf den Bühnen dieser Welt vor weit größerem Auditorium als bei dieser Premierenfeier im Anschluss an George Enescus «Œdipe». 30 Prozent Subventionskürzung durch Bund, Land Vorarlberg und die Stadt Bregenz müssen die Bregenzer Festspiele in dieser und der kommenden Saison hinnehmen. Das entspricht einer Summe von 2,1 Millionen Euro pro Jahr. Aufgefangen werden kann das großteils über Rücklagen aus den vergangenen Jahren und durch kleinere Einschränkungen. Auch wenn das Programm 2025 davon unberührt bleibt, muss doch in den kommenden Jahren gespart werden und zum Beispiel die geplante Kooperation mit dem Wiener Burgtheater auf ...
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Opernwelt September-Oktober 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Alexander Dick
Wer am Nachmittag vor der Vorstellung noch ein paar Kilometer auf dem Albschäferweg wandert, wähnt sich in einem nachgerade antikischen Arkadien. Da weht ein laues Lüftchen durch die sommerliche Heidelandschaft, die Herden der hier noch wie eh und je umherziehenden Wanderschäfer laufen einem über den Weg. Da will man doch gleich darüber sinnieren, ob das initiale...
Ein tätiges Leben, verstanden im Sinne von Hannah Arendts Idee einer «vita activa» (so der Herausgeber Günther Heeg), wird besichtigt; in Augenschein genommen von demjenigen, der es durchmessen hat. Zu seinem 85. Geburtstag hat sich Klaus Zehelein, einer der wirkmächtigsten und einflussreichsten bundesdeutschen Dramaturgen, Musiktheatermacher und Kunst-Ermöglicher,...
Ein Blick in die Spielpläne genügt, um sicher zu sein: Das Leiden geht weiter. Auch in der gerade angelaufenen Saison betreten jene Frauen, die entweder im (Liebes-) Wahnsinn enden, an Schwindsucht und Auszehrungen anderer Arten sterben oder selbstbestimmt den (heroischen) Freitod wählen, wieder die Bühnen der Welt und versetzen das Publikum in aristotelische...
