Auf Gold- und Geldsuche

Mit Enescus «Œdipe» führt Lilli Paasikivi, die neue Intendantin, eine gute Tradition der Bregenzer Festspiele fort – Entdeckungen aus dem Repertoire zu präsentieren. Derweil geht Philipp Stölzls zeitgeistige «Freischütz»-Inszenierung ins zweite Jahr. Ein Wermutstropfen: Das Festival muss jährlich 2,1 Millionen Euro einsparen

Opernwelt - Logo

Now it’s Partytime»: Die Dame in der maßgeschneiderten, exklusiven, zitronengelben Robe lässt sich nichts anmerken an diesem Abend. Das ist Lilli Paasikivis Einstand, und den sollen ihr die schlechten Nachrichten, die sie erst wenige Wochen zuvor ereilt haben, nicht verderben.

Und so hält die neue Intendantin der Bregenzer Festspiele auf Englisch eine souveräne Laudatio auf all jene, die am Gelingen ihrer ersten Premiere im Festspielhaus beteiligt waren: Man spürt die Souve -ränität des Bühnenprofis, denn die Kulturmanagerin aus Finnland stand als Sopranistin auf den Bühnen dieser Welt vor weit größerem Auditorium als bei dieser Premierenfeier im Anschluss an George Enescus «Œdipe». 30 Prozent Subventionskürzung durch Bund, Land Vorarlberg und die Stadt Bregenz müssen die Bregenzer Festspiele in dieser und der kommenden Saison hinnehmen. Das entspricht einer Summe von 2,1 Millionen Euro pro Jahr. Aufgefangen werden kann das großteils über Rücklagen aus den vergangenen Jahren und durch kleinere Einschränkungen. Auch wenn das Programm 2025 davon unberührt bleibt, muss doch in den kommenden Jahren gespart werden und zum Beispiel die geplante Kooperation mit dem Wiener Burgtheater auf ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September-Oktober 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Alexander Dick

Weitere Beiträge
Nächstes Jahr in Bad Segeberg

Sie haben wahrhaftig einen Leuchtturm oben auf die Klippe gesetzt. Und daneben hat die Bühnenbildnerin Momme Hinrichs eine ganze Reihe von Fischerhäuschen gebaut, ein Kirchlein auch, augenzwinkernd ein wenig perspektivenverschoben. Hier könnte man ein Küstendrama wie «Peter Grimes» spielen, aber natürlich auch Wagners «Fliegenden Holländer», und die monumentale...

«Ich bin viele andere»

Frau Yoncheva, können wir über Bilder, Imagos und Wahrnehmungen reden?
Ja, natürlich!

Schön. Am Karlsplatz in Wien, gegenüber des Ausstellungsgebäudes der «Secession», hing eine Zeitlang das riesige Werbeplakat eines ubiquitären Uhrenherstellers mit Ihrem Konterfei. Haben Sie sich in der Person, die dort abgebildet war, wiedererkannt? Oder haben Sie dieses «Bild»...

Bonjour, tristesse!

Etwas ist anders als sonst. Etwas, das sich mit Worten nur schwer beschreiben lässt, aber in vielen Momenten spürbar wird, mal in einem vertraulichen Gespräch, mal beim Gang in eines der Theater der Stadt, mal in dem Augenblick, wenn sich der Vorhang hebt. Und mal einfach so: Der Chef fehlt. Und damit Hirn, Herz und Seele des Festivals d’Aix-en-Provence. Pierre...