Auf den Zahn gefühlt
Die Lösung scheint so naheliegend wie einleuchtend: «Was ist, wenn wir einfach den Zahn wieder in das Loch stecken?» Bis dahin hätte alles nur ein Slapstick-Scherz sein können: Ein kleiner Chinese, von Zahnschmerzen heimgesucht, erhält Hilfe von seinen Küchenkollegen im Asia-Restaurant «Der goldene Drache», die dem Geplagten in gutgemeinter Absicht Linderung verschaffen wollen. Doch sie rücken ihm mit einer Rohrzange zu Leibe, und so verblutet der Patient an der offenen Wunde.
Er stirbt fernab der Heimat in einem Land, das er illegal betreten hat, ohne die verschollene Schwester, die ihm vorausgegangen war, jemals getroffen zu haben.
Peter Eötvös’ «Der goldene Drache», nach dem gleichnamigen Theaterstück von Roland Schimmelpfennig, ist nur zu Beginn eine Alltagsgroteske mit derbkomischen Versatzstücken. Denn das 2014 in Frankfurt uraufgeführte, nun auf der Studiobühne der Semperoper präsentierte «Musiktheater» (so die Gattungsbezeichnung des Komponisten), greift nicht nur das daueraktuelle Thema illegale Migration auf. Zur Haupthandlung, die das Treiben in den beengten Küchenräumen mit den Plaudereien und Problemen der Restaurantgäste, darunter zwei Stewardessen, kontrastiert, ...
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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Werner Kopfmüller
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Im Gespräch mit Hans Bunge bemerkte er, «dass selbst bei (…) Mozart noch das Klirren der Teetassen und...
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