Auf Abwegen
Temple Bar an einem Abend im Oktober. Massen von Menschen schieben sich durch das pittoreske Ausgehviertel von Dublin. Die Luft ist herbstlich kühl, aber angenehm lau, etliche Halloween-Parties locken das Publikum an. Ein gruseliges Schauspiel besonderer Art erwartet all jene Besucher, die zum Project Arts Centre abbiegen, dessen blaugläserne loftartige Architektur zwischen den alten Backsteingebäuden hervorleuchtet. Auf dem Programm steht dort «Heresy», eine elektronische Oper des irischen Komponisten Roger Doyle.
Darin geht es um Giordano Bruno, der 1600 als Ketzer auf dem Scheiterhaufen endete.
Üppige finanzielle Mittel, um das Schicksal dieser schillernden Renaissancepersönlichkeit zu schildern, die an zahlreichen europäischen Fürstenhöfen und Universitäten zugleich Furore (und sich auch gerade deswegen viele Feinde) machte, stehen für die Produktion nicht bereit. Das erklären Doyle und der Regisseur Eric Fraad während eines Gesprächs in einer Bar gegenüber. 150 000 Euro bewilligte der Arts Council für die Aufführungen – in der Tat nicht viel, wenn man bedenkt, dass die feste Operninfrastruktur in Irland nach der Auflösung der Opera Ireland nur noch auf dem Wexford Festival ...
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Opernwelt Dezember 2016
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Carsten Niemann
Es waren 20 volle Jahre: 1989 fand erstmals in Salzburg ein Symposion statt, das gemeinsam von der Universität, den Festspielen und der International Salzburg Association getragen wurde. Insgesamt sind es 20 dieser thematisch auf die Festspiele bezogenen Symposien geworden – organisiert und wissenschaftlich geleitet hauptsächlich von dem Mediävisten Ulrich Müller...
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Theaterhäuser gehören schon relativ lange zur Geschichte Australiens – doch dass es Freiluftaufführungen nach europäischem Modell gibt, ist eine Entwicklung neueren Datums, einfach, weil es in der Regel zu heiß ist. In der Premiere von Alan Johns «Sydney Opera House» – der ersten Neuinszenierung dieser «Oper zur Oper» (1995), jetzt auf dem Vorplatz derselben...
