Apropos: Wer zuletzt lacht...
Mr. Britten (gestatten Sie mir diese prosaische Anrede), noch kurz vor Ihrem Tod im Dezember 1976 hat man Sie zum Baron erhoben. Wie fanden Sie das?
Ich bin noch heute ein unverbesserlicher Sozialist. Der Titel hat meinen Ansichten über den ungerechten Zustand unserer Welt keinen Abbruch getan. Ansonsten hat es mich geärgert, dass mich Prinz Philip schon zehn Jahre vor meinem Tod einen «alten Mann» nannte. Zehn Jahre vor meinem Tod! Unverschämt!
Gerade feiert die englische Yellow Press wieder fröhliche Urständ.
Sie selbst gerieten damals ins Kreuzfeuer. Man insinuierte eine homosexuelle Konspiration der Musik...
Darüber will ich nicht sprechen. Mein Leben mit Peter und meine Faszination von der Knabenschönheit sind Privatsache. Die Biografen können mich ja längst nicht mehr verletzen. Angeblich halten in Aldeburgh die Busfahrer bei meinem Haus, wenn ein Schulkind randaliert: «Pass bloß auf, wir bringen dich zum bösen Peter Grimes!». Geschwätz. So ist das eben.
Sie galten, Mr. Britten, von Anfang an als Wunderkind. Was – oder wer – hat Ihren Werdegang zum modernen «Orpheus Britannicus» beflügelt?
Sie werden es vermuten: meine Mutter. Auf dem Weg zu Morlings Musikalienhandel schwärmte ...
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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Norbert Abels
Wäre nicht die Sprache, der Leos Janácek so sorgfältig den Tonfall nachkomponiert hat, könnte sich ein österreichischer Musikliebhaber in der zweitgrößten Stadt Tschechiens wie zu Hause fühlen: mit der Janácek-Oper (1965) und dem historisierenden Mahén Divadlo, 1882 als Deutsches Theater vom epidemischen Büro Helmer & Fellner entworfen.
«Genius Loci», mäßig...
Wenn der Vater mit dem Sohne, hieß ein tränenseliger Spielfilm aus dem Jahr 1955 mit Heinz Rühmann und Oliver Grimm. An einen Streifen mag man auch bei der Konstellation Mutter und Sohn denken, die Renate und Daniel Behles Recital Generation bietet – nämlich einen Moment lang an Loriots ersten Spielfilm Ödipussi. Doch verscheucht man diese Gedanken sofort, da die...
Herr Sawallisch, Ihr Bühnenabschied liegt sieben Jahre zurück. Wie geht es Ihnen?
Ich freue mich, dass ich zu Hause in aller Ruhe meinen Lebensabend verbringen kann. Manchmal sind Besuche von der Bayerischen Staatsoper eine herzerfrischende Unterbrechung. Ich hatte in München die Möglichkeit, mit Strauss und Wagner und Mozart der Oper eine Richtung zu geben, von der...
