Apropos... Wagner und Belcanto
Herr Tómasson, viele Fernsehzuschauer waren im Dezember vergangenen Jahres von Ihrem Telramund an der Mailänder Scala begeistert. Einige Besucher vor Ort hatten aber Zweifel...
Dass man vor Ort vielleicht den Eindruck gewinnen konnte, ich komme nicht richtig herüber, liegt daran, dass ich mich, ehrlich gesagt, während des ersten Akts ein wenig geschont habe. Um bis zum Ende des zweiten Akts durchzuhalten! Erst in den letzten Jahren habe ich mich vom Bass zum Heldenbariton hochgearbeitet. Dabei habe ich meine Technik umgestellt.
Der Telramund ist generell eine schwierige Partie.
Was ist schwierig am Telramund?
Telramund ist eine diffizile und zum Teil undankbare Rolle, nicht nur wegen der hohen Tessitura. Der zweite Akt spielt hart an der Grenze zur Hysterie, mit bereits über 40 Spitzentönen auf den ersten 16 Seiten. Eine extreme Herausforderung. Ich hatte Telramund zuvor 2011 nur in einigen Vorstellungen in Bayreuth gesungen. Und in Wiesbaden.
Sie waren der erste isländische Sänger, der bei einer Saisoneröffnung der Mailänder Scala auftrat. Man stellt sich Island nicht unbedingt als Mutterland der Oper vor. Zu Recht?
Ich könnte Ihnen zahlreiche isländische Sänger nennen: den Bass ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt März 2013
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Kai Luehrs-Kaiser
New York
Die Metropolitan Opera setzt zum Verdi- und Wagner-Jahr zwei Neuproduktionen an: Rigoletto mit Diana Damrau und Parsifal mit Jonas Kaufmann. Die New York City Opera spielt Powder Her Face von Thomas Adès, und an der Juilliard School erprobt sich der Nachwuchs mit L’elisir d’amore. Eine Reportage
Raritäten
Als sie 1807 in Paris erstmals vorgestellt wurde,...
Theater ist immer auch Architektur, Architektur immer auch Theater. Ob Bauwerk oder
Bühnenbild – es geht nicht zuletzt um die Inszenierung von Räumen. Deshalb holen sich Intendanten gern Stararchitekten ins Haus. Das war schon zu Schinkels Zeiten so. Und ist bis heute so geblieben. Nicht nur Daniel Libeskind, Stefan Braunfels oder Herzog & Meuron arbeiten...
Ach, diese Jugendsünden. 40 Orchester habe er früher einmal kurz hintereinander dirigiert. Es gab sogar eine Zeit, da habe ihn sein Management zum Rekord getrieben: 15 US-Klangkörper in einem Jahr. «Und ich habe gedacht, das alles ist gut.» Valery Gergiev, der Geläuterte? Von «Konzentration» spricht er mittlerweile, nur die garantiere «seriöse Ergebnisse». Der...
