Hanna-Elisabeth Müller; Foto: Promo/Chris Gonz

Apropos... Mozart

Ihre Heimat ist das Lied. Doch die Sopranistin HANNA-ELISABETH MÜLLER reüssiert auch auf der Opernbühne: zunächst als Strauss-Interpretin (Zdenka, Sophie), dann vor allem mit Mozart-Partien. Im November gibt die «Nachwuchskünstlerin des Jahres» 2014 als Pamina ihr Debüt an der Met, drei Monate später ist sie Ilia in Zürich

Opernwelt - Logo

Frau Müller,  wenn ich Sie nachts um vier bitten würde, «Ach, ich fühl’s, es ist entschwunden» zu singen, was würden Sie sagen?
Ich würde es machen – wenn ich mich 20 Minuten einsingen darf. Es ist gut, wenn man nicht mit einer völlig ausgeruhten Stimme beginnt.

Singt sich Mozart auf der Bühne leichter, wenn man vom Lied kommt?
Ich denke schon. Man muss sich, seine Stimme aber ganz genau kennen. Sehr vorsichtig gesagt: Man singt vielleicht ein bisschen instrumentaler.

Wie eine Violine? Eine Klarinette? Ein Cello?
Je klarer phrasiert und mit weniger Opernstimme wir die Dinge singen, beispielsweise große Portamenti, umso zarter wird es. Was bei Pamina meines Erachtens richtig ist, während Donna Anna, Fiordiligi, Vitellia oder Susanna ganz anders sind. Wenn ich an meine Pamina denke, dann freue ich mich genau darauf: zu reduzieren. Und das sind jene Nuancen, die ich auch beim Liedgesang benutze. Beispielsweise ein piano, was ich eigentlich beim Liederabend gebrauche, nicht so sehr auf der Opernbühne. Vielleicht auch, weil es gar nicht geht. In der «Zauberflöte» geht das auf jeden Fall.

Gehen Sie mit einem festen Pamina-Konzept auf die Probe?
Ich habe eine ganz genaue Vorstellung von ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2017
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Jürgen Otten

Vergriffen
Weitere Beiträge
Dem Wahn verfallen

Das Theater St. Gallen hat es gewagt. Kühn hat das Dreispartenhaus im Osten der Schweiz zur Eröffnung der neuen Saison «Die Gezeichneten» von Franz Schreker ins Programm genommen. So wie es 1988 mit der Produktion des «Schatzgräbers» der Schreker-Renaissance in der Schweiz einen Anstoß verliehen hat. «Die Gezeichneten» sind natürlich ein Werk ganz anderen...

Die Musik sagt alles

Die zukunftsweisende Idee einer Salle Modulable als neuem Stadttheater in Luzern ist in den Wogen des politischen Tagesgeschäfts untergegangen. Dessen ungeachtet treibt Michael Haefliger, Intendant des Lucerne Festival, die schrittweise Erweiterung des von ihm geleiteten Konzertfestivals in Richtung Musiktheater weiter voran. Dies zum einen in Zusammenarbeit mit...

Vorbildliche Bedingungen

Erstmals wurde der Deutsche Dirigentenpreis in diesem Jahr als internationaler Wettbewerb ausgeschrieben. Inhaltlich entscheidend war eine Öffnung in Richtung Oper. Die Kandidaten hatten nicht nur ein anspruchsvolles Konzertprogramm zu bewältigen, das von Haydn bis zu Messiaens «Chronochromie» und Birtwistles extrem schwerem «Silbury Air» reichte. Sie mussten sich...