Apropos... Kontinuität
Frau du Randt, gibt es überhaupt noch etwas, das Sie noch nicht gesungen haben?
Aber natürlich habe ich noch Wünsche! Die Marschallin zum Beispiel. Überhaupt würde ich gern mehr Strauss singen. Ich kann schon Dramatischeres riskieren, dann aber eben mit den Möglichkeiten meiner Stimme. Ich will sie nicht zu irgendetwas treiben oder jemanden nachahmen.
Wobei es schon Rollen gab, so sagten Sie sogar einmal selbst, die nicht ganz passten.
Man muss dann sein Ding durchziehen mit den Möglichkeiten, die man hat.
Ich muss also auch in solchen Rollen etwas suchen, mit dem ich mich anfreunden kann. Aber das kam nicht häufig vor, zuletzt bei «Intolleranza». Eine sehr gelungene, tolle Produktion. Die Partie ging aber an meine Grenzen. Ich war nur am Zählen und Überlegen, woher ich meinen nächsten Ton kriegen könnte. «Hier muss man bleiben, hier alles ändern», das war mein Lieblingssatz. Es war nämlich der letzte.
Warum sind Sie schon so lange in Augsburg?
Ich habe mir mein Leben anders vorgestellt. Ich habe an größeren Häusern gesungen und tue das weiterhin gern. Mit meinem Mann wollte ich hier eine Familie gründen, gerade weil es so schön ist, in Augsburg zu leben. Die Stadt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Markus Thiel
Venedig ist ans Wasser gebunden – auf Gedeih und Verderb. Einst nannte man die Stadt im nordöstlichen Tiefland Italiens die «Königin der Meere». Doch sie wird von der Adria auch immer wieder angegriffen. «Aqua granda» nennen die Einheimischen die tückischen Fluten, die der Scirocco vor allem im Herbst in die Lagune drückt. «Alle Jahre wieder, Anfang November /...
Schottisches Hochland auf der Leinwand – gemalt, bühnenfüllend. Von der Seite nähern sich drei schwarze Gestalten mit leichenblassen Masken: die Hexen. Ihre langen, knöchernen Finger deuten nach vorne, in die Zukunft. Paukengrollen. Die Gestalten verschwinden. Sie werden wiederkommen – und das Unheil mit ihnen.
Schon im ersten Bild von Donizettis «Lucia di...
Frau Hannigan, wie ist das, wenn Komponisten zu einem sagen: «Ich habe diese Partie für dich geschrieben»?
Meistens heißt es eher: «Darf ich etwas für dich schreiben?» Oft frage ich auch selbst, oder Ideen entstehen im Gespräch. Ich bin sehr vorsichtig, was ich zusage und wann. Denn ich fühle mich verantwortlich, das Werk auch wirklich in die Welt zu bringen;...
