Apropos... Abschiede
Fühlen Sie schon Wehmut in sich aufsteigen?
Gar nicht. Und das aus gutem Grund: Ich habe einen unbefristeten Vertrag und besitze das große Privileg, den Zeitpunkt meines Ausscheidens selber wählen zu können. Das Einzige, was mir einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, ist der Zeitplan. Ich wollte gehen, nachdem wir in unser Stammhaus, das Grand Théâtre, zurückgekehrt sind. Doch die Arbeiten sind nicht rechtzeitig fertig geworden. Deswegen ist mein Plan nicht aufgegangen – und meine letzte Saison nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt habe.
Das hat jedoch nichts mit Wehmut zu tun, sondern mit erheblichem Ärger. Wenn Sie sich sagen: Ich kann aufhören, wann ich will, und müssen dann in weniger als zwölf Monaten einen ganzen Spielplan umschmeißen – das ist schlimm. Die Wehmut wird sich vielleicht später einstellen. Wir sind am Theater ja alle ein bisschen sentimental.
Sie sind ein erfahrenes Theatertier. Da geht man nicht raus ohne Schmerz, oder?
Nein, das kann man nicht. Aber es wird Sie vielleicht erstaunen: Ich habe es oft erlebt, dass Menschen nicht den richtigen Zeitpunkt gewählt haben, um den Absprung zu finden. Wenn Sie einmal die Karriere meines Vaters anschauen (Karl ...
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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Magazin, Seite 103
von Jürgen Otten
Manchmal fügen sich die Dinge am besten aus der Not heraus. Eigentlich sollte in der Salzburger Hofstallgasse wieder die «Aida» Einzug halten – in der feierlichen Schreit-, Sitz- und Steh-Anmutung, die Shirin Neshat Verdis Kassenhit vor einem Jahr verpasste, und mit jener marktbeherrschenden Diva, die 2017 im Großen Festspielhaus zum ersten Mal die äthiopische...
alpha
02.09. – 20.15 Uhr
Wagner: Tristan und Isolde, 3. Aufzug
Aus dem Herkuslessaal der Münchner Residenz
Aufzeichnung der konzertanten Aufführung (1981) mit Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Leonard Bernstein.
arte
02.09. – 17.40 Uhr
Seiji Ozawa dirigiert Beethovens 7. Symphonie
Aufzeichnung des Konzerts im Rahmen des 1992...
Um halb zehn kommen die Jagdflieger. Zeit für den Mörike-Moment: «Über das Haupt stürzt dir krachend das Himmelsgewölb’». Minutenlang ist das große Festspielhaus zu Salzburg erfüllt vom Dröhnen der Maschinen, vom Geräusch einschlagender Bomben, von undefinierbarem Geschrei. Es ist das pure Grauen des Kriegs, das sich hier, in elektronisch verstärkten Tönen und...
