Apotheose via Warenlift
Der Weg zu «Orfeo» und in die Hölle ist mit festlichen Klängen gepflastert. Er führt vorbei an bleichen Russen, die vor hell erleuchteten Restaurants auf dem Akkordeon ihre Bach-Toccaten und auf der Treppe zum Theater im Bläserquintett virtuose Opern-Arrangements spielen. Im Foyer warten schon die Blechbläser der Camerata Bern, die Monteverdis Eingangstoccata ebenso gut spielen wie die Russen vor der Tür ihren Rossini. Der Alltag dringt durch alle Ritzen dieses «Orfeo», auch in den pastoralen Lustbarkeiten des ersten Akts.
Statt auf eine arkadische Schäferidylle blickt man auf den von Marsha Ginsberg als Künstleratelier eingerichteten Innenraum eines heruntergekommenen Renaissance-Palastes, wo Orfeo zur wilden Hochzeitsparty geladen hat. Frank Lichtenberg hat die Feiernden in weiße, diskret nach der Mode der Roaring Twenties geschnittene Kleider gesteckt und bunte karnevaleske Kostüme daruntergemischt. Es wird getrunken, gerammelt und gelacht, und mittendrin steht etwas unbeholfen der Gastgeber herum.
In der imposanten Gestalt von Uwe Stickert gleicht er mehr einem wilhelminischen Malerfürsten als einem von Liebessehnsucht verzehrten griechischen Hirten. Musikalisch jedoch kommt ...
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Opernwelt Mai 2015
Rubrik: Panorama, Seite 35
von Max Nyffeler
Ein musikalischer Senkrechtstarter! Darüber war man sich 1964 in Budapest bei der Uraufführung von Sándor Szokolays «Bluthochzeit» («Vérnász») einig. In Ungarn wurde das Werk in der Tat alsbald zum Repertoirestück, brachte es allein in den ersten fünf Jahren auf mehr als 50 Reprisen. Aber der Höhenflug dieser ersten Oper des jungen Komponisten beschränkte sich auf...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Jenufa: 3., 8., 17.
– Der Freischütz: 6., 15., 31.
– Bellini, Norma (konzertant): 22. (P), 30.
ML: Thorau, C:...
Allzu oft geschieht es nicht, dass eine der 15 Opern von Nikolai Rimsky-Korsakow auf einem deutschen (überhaupt einem nichtrussischen) Spielplan erscheint. Deswegen war man elektrisiert, in Saarbrücken den «Goldenen Hahn» annonciert zu sehen, das späteste Bühnenwerk des Komponisten (1907). Inspiriert von der blutig niedergeschlagenen Volkserhebung 1905, ist es...
