Alles eine Frage der Technik
Schon als Kind stand er auf der Bühne. Und schon als Teenager war ihm klar, dass er Sänger werden wollte. Anfangs dachte Michael Spyres, er sei Bariton. Der Wechsel ins Tenorfach zog sich über Jahre, doch er schaffte ihn fast im Alleingang. Learning by doing – das ist bis heute die Maxime des Generalisten aus Missouri geblieben, der sich in keine Schublade zwängen lässt.
Ein Gespräch über Wanderlust, Enrico Caruso, Mozart, Rossini, Wagner, Meyerbeer und Grundlagen des Belcanto-Gesangs
Herr Spyres, Sie gehörten mal dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin an. Nach einem Jahr haben Sie die Flucht ergriffen. War es so schlimm?
Nein. Als ich den Vertrag unterschrieb, hatte ich bereits mehr als 40 verschiedene Partien gesungen. Und dann sollte ich plötzlich so eine Art Repertoiredienst absolvieren, alles übernehmen, was zu meinem Stimmtyp passte, mit zwei, drei Tagen Vorlauf. An einem großen Haus fest angestellt zu sein, ist ein bisschen wie in einer Fabrik zu arbeiten. Viele entscheiden sich dafür, weil sie Familie haben, die Sicherheit schätzen, nicht ständig reisen wollen. Aber für mich ist das nichts. Ich brauche ständig neue Herausforderungen, muss an Grenzen gehen können. Sonst ...
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P = Premiere
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