Agamemnons Raumstation
Das Theater ist eine Zeitmaschine. Wer Platz nimmt, beamt sich durch die Jahrhunderte. So auch in Darmstadt. Hier residiert bekanntlich das Europäische Raumflugkontrollzentrum ESOC – Europas Tor zum Weltraum. Wer in die Tiefen des Alls blickt, schaut in die Vergangenheit. Das Licht der Sterne, das heute bei uns ankommt, startete vor unendlichen Zeiten.
Vorwärts in die Vergangenheit – auch im Kleinen Haus des Staatstheaters: Dunkel wird’s. Die Streicher beschwören mit fallenden Motiven Unheimliches herauf.
Dann hebt sich der Vorhang, und das Publikum fliegt zwischen Sonnen und Sternen. «Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis…», liest man auf einem Schriftband. Das ist der Beginn der berühmten Science-Fiction-Serie «Star Wars». Die Ouvertüre passt zum Weltraumspektakel, als ob Hollywood-Regisseur George Lucas sie bei Christoph Willibald Gluck bestellt hätte. In weiße Plastikrüstungen gesteckte Soldaten, in rote mönchsartige Kutten gewandete Priester, in verführerisch hautengem Kostüm die Königstochter – selbst Laserschwerter und Weltraummonster fehlen nicht.
Opernregisseur Philipp Kochheim zitiert die kalifornische Traumfabrik, versetzt ...
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I. Eigentlich ist Lucilla die kapriziöse Zicke des Stückes. Sie gibt sich bescheiden und einfühlsam, doch gleichzeitig zieht sie ihren Mann in den Bankrott, indem sie ihrer Leidenschaft für Mode, Haute Cuisine, Schmuck und Partys frönt. Sie ist das genaue Gegenteil ihrer Schwägerin, der lieblichen Angelina, die ihren Namen nicht umsonst trägt und abendfüllend...
Nicht «Spirto gentil», sondern «Ange si pur»: Der junge Klosterbruder, den die Liebe erwischte, lässt sich nun auch in Zürich auf Französisch vernehmen. Es spricht sich mehr und mehr herum, dass Gaetano Donizettis «Favoritin» sich in der Pariser Urfassung wesentlich genauer den Worten anschmiegt als in der mit links erstellten späteren italienischen Version. «La...
Die Expansion des DVD-Marktes hat bei den großen Opernhäusern (und nicht nur bei den großen) einen oftmals wenig selbstkritischen Veröffentlichungseifer freigesetzt. Da wird manches für die Ewigkeit konserviert, was den Ruhm des Instituts nicht mehrt, vielmehr dazu angetan ist, gewachsene Legenden zu zerstören.
Drastisches Beispiel: Die Mailänder Scala und ihre...
