Adel verpflichtet
Als Schüler hatte ich das englische Magazin «Opera» abonniert, in dem den Premieren und Wiederaufnahmen des Royal Opera House naturgemäß breiter Raum gegeben wurde. Viele der Aufführungen, die ich dort beschrieben fand und die ich nur zu gern miterlebt hätte, finde ich nun zumindest als Tonkonserve in einer neuen Reihe «Heritage Series» wieder, die von der Oper selbst herausgegeben wird und deren erste zehn Folgen jetzt vorliegen.
Die Serie beginnt glanzvoll mit einer «Otello»-Aufführung von 1955, die von dem damaligen Musikdirektor Rafael Kubelik geleitet wurde.
Der tschechische Maestro war – was heute etwas in Vergessenheit geraten ist – ein bedeutender Verdi-Dirigent. Er schafft ein klangliches Breitwandgemälde mit vielen leuchtenden Details, gibt den Sängern darin Raum zur optimalen Entfaltung. Und seine Protagonisten nutzen ihn. Ramón Vinay, damals noch auf der Höhe seiner tenoralen Möglichkeiten, ist ein fast überlebensgroßer Otello, furchterregend in seiner wilden Leidenschaftlichkeit. Gré Brouwenstijn ist ihm die ideale Partnerin, mit ähnlicher Stimmfülle gesegnet, aber zugleich eine Meisterin des feinsten Piano und seelenvolle Gestalterin. Der böse Dritte, Otakar Kraus, ...
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Der Neue ist im Amt. Erstmals standen die Opernfestspiele im finnischen Savonlinna unter der künstlerischen Leitung des Dirigenten Jari Hämäläinen; er löste Raimo Sirkiä ab. Im Unterschied zum vergangenen Jahr gab es diesmal keine finnische Opern-Uraufführung – zumindest nicht für Erwachsene. Denn mit «Seitsemän koiraveljestä» («Die sieben Hundebrüder») von Markus...
Auch wenn die ursprünglich für das diesjährige Festival in Macerata geplanten Neuproduktionen von Verdis «Attila» und Hindemiths «Neues vom Tage» aus finanziellen Gründen gestrichen bzw. verschoben werden mussten, war die 44. Saison in der Arena Sferisterio (den Bau hat man Mitte des 19. Jahrhunderts als Stadion für eine lokale Variante des Pelota-Spiels...
Die amerikanische Mezzosopranistin Grace Hoffman, die am 26. Juli 2008 im Alter von 82 Jahren in Stuttgart gestorben ist, war gewiss keine Künstlerin, die in die Annalen des Gesangs eingeht. Aber sie war eine Vertreterin jener im Zeitalter des musikalischen Jetsets rar gewordenen Spezies, die trotz aller internationalen Gastverpflichtungen über mehr als dreißig...
