Abschiedswalzer

Lehár: Die lustige Witwe am Opernhaus Zürich

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Die Entscheidung fällt nicht eben leicht: Soll man Lehárs «Lustige Witwe» nun toll finden oder doch eher ein bisschen doof? Wäre der Maßstab die Art und Weise, wie Patrick Hahn den orchestralen Entr’acte mit der Melodie des Vilja-Lieds vor dem Finalakt dirigiert und dabei jede feine Nuance dieses melancholischen Klangbildes hervorzaubert, fiele das Votum klar aus: Das ist wirklich famos instrumentiert. Im Gegenzug muss man allerdings die misogynen Zeilen von der Schwierigkeit des Studiums der Weiber über sich ergehen lassen.

Das kracht dann als finales, lärmig-blödes Männertheater über die Bühne, bevor es abrupt mit aufgerissenen Mündern und hochgerissenen Händen einfriert. In Barrie Koskys Inszenierung ist das Ende hier aber noch nicht ganz erreicht. Der Haufen verschwindet hinterm Rundvorhang, davor erscheint das nach langen Wirren endlich vereinte Paar Hanna Glawari und Danilo Danilowitsch am Flügel. Von der Solovioline zartfühlend intoniert, erklingt der Schlager «Lippen schweigen», dann tritt der Graf hinter den Vorhang. Zurück bleibt die alternde Hanna und umarmt das Bild des Liebsten. Dieses berührend innige Bild eines versöhnlichen Abschieds bricht einem dann doch das Herz ...

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Opernwelt April 2024
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Bernd Künzig

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