Abschied für immer

Das Theater in Brandenburg stellt seine letzte Musiktheater­produktion vor: eine neue Kleist-Oper von beachtlichem Format

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Die Theaterklause in Brandenburg an der Havel ist ein behaglicher Ort. Alles leuchtet in warmen Farben, an den Fens­tern hängen rote Vorhänge, die Wand hinterm Tresen ist holzverkleidet.  Doch der Blick des Theaterintendanten passt eher zu den traurigen Temperaturen vor der Tür. Kein Wunder, gleich beginnt die Uraufführung der Oper «Kleist». Es wird die letzte an seinem Haus sein. Die Sparte Musiktheater wird geschlossen. Wie konnte es so weit kommen?
«Der Sündenfall», sagt Christian Kneisel, «war der Theaterverbundvertrag».

Ende der neunziger Jahre hat das Land Brandenburg die Theater von Frankfurt (Oder), Potsdam und Brandenburg/Havel zusammengelegt. Jahrzehntealte Ensembles wurden aufgelöst – und das, obwohl ein wissenschaftlich belegter Zusammenhang zwischen Kulturabbau und Abwanderung besteht. Ausgerechnet dem kleinsten Haus in Brandenburg/ Havel fiel es zu, die teuerste Kunstform beizusteuern: das Musiktheater. «Das hat damals niemand verstanden», so Kneisel, «und wir haben nie annä­hernd die Gelder bekommen, die wir gebraucht hätten für drei Produktionen im Jahr.» Dann rechnet er vor, wie bei schamlos niedrigen Gagen für exzellente Künstler die Tarif- und Bestriebskosten ...

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Opernwelt Mai 2008
Rubrik: Magazin, Seite 33
von Udo Badelt

Vergriffen
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