50 Jahre danach
Klein, silbern, teuer: Als vor gut einem Vierteljahrhundert die CD den Tonträgermarkt im Sturm nahm, war ein Preis von fünfundvierzig bis fünfzig Mark angepeilt. Das Spiel von Angebot und Nachfrage temperierte diese Phantasiesumme schnell, auch der Mangel an Aufnahmen im dreifach-digitalen Standard machte einen Strich durch die Rechnung.
Nicht zuletzt mit den unzähligen Wiederveröffentlichungen aus dem Back-Katalog waren gute Geschäfte nur über die Masse zu erzielen – vor allem bei den kauffreudigen Klassik-Konsumenten, die ihre lieb gewordenen Einspielungen im neuen Komfortformat nachkauften. Freilich konnte man für Jahrzehnte alte Aufnahmen schwerlich den Preis einer aufwändigen Neuproduktion verlangen. Nur bei wenigen Referenztiteln gelang dies der Industrie fast bis zum heutigen Tag: Die «Tosca» etwa mit Maria Callas und Tito Gobbi ist seit 1953 eine der bestverkauften Opernaufnahmen überhaupt. Mehr als hundert verschiedene Hochpreis-Editionen brachte die Produktionsfirma EMI davon heraus. Doch jetzt kollabierte das Monopol, für rund zehn Euro ist das Glanzstück zu haben. Der Grund: In Deutschland laufen nach fünfzig Jahren die Rechte der Produktionsfirma und Künstler an ...
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Eine Schlüsselpassage in Luigi Nonos Proteststück «Intolleranza 1960» gehört dem Chor: «Lebendig ist, wer das Licht erwartet in den Tagen des schwarzen Sturms». Als der Chor des Saarländischen Staatstheaters das bei der Premiere im September 2004 sang – es war ein regional wie überregional gefeierter Spielzeitauftakt, nicht nur wegen der Bühne des Stararchitekten...
in Mann wie Schönbergs Moses hat es heute doppelt schwer. Nicht nur, weil es ihm, der Gottes Stimme vernommen zu haben glaubt, immer dann die Sprache verschlägt, wenn er die Botschaften des Allmächtigen unters Volk bringen will. Und auch nicht allein, weil diese Sprachnot aus der Überzeugung resultiert, dass absolute, himmlische Wahrheiten ihre Unschuld verlieren,...
Lucrezia hat keine Chance: Blutschande mit Vater und Brüdern, der Gifttod, den ihre Hand so gern und oft gereicht haben soll – sie ist gerichtet von zahllosen Geschichtsschreibern. Und wenn auch aus Historikersicht wohl an all dem nichts dran ist, so lebt das Ungeheuer Lucrezia Borgia doch fort in unseren Köpfen, kolportiert auch von Victor Hugos Schauspiel und...
