Zwischen Traum und Wirklichkeit

Massenet: Cendrillon
KLAGENFURT | STADTTHEATER

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Aschenputtel forever: Ob Cinderella, Cenerentola, Cendrillon – das Märchen von Charles Perrault ist (samt seiner Varianten) ein Bühnendauerbrenner.

Der Traum vom besseren, schöneren Leben: Wer träumte ihn nicht gerne? Und das Lob der Gerechtigkeit, wenn Ehrlichkeit, Bescheidenheit, aufrichtige Liebe gegen Neid, Missgunst, Dünkel und Überheblichkeit siegen: Wer stimmte da nicht ein mit diesem armen Mädchen, dem die Gaben einer Fee wahre Schönheit, Glück und Zufriedenheit verleihen – und das seine menschliche Größe im generösen Verzeihen findet?

In der 1895 entstandenen, vier Jahre später uraufgeführten Version von Jules Massenet ist «Cendrillon» eine Fabel von Liebe und Tod mit bittersüßer Belle-Epoque-Morbidezza. Und so arbeitet Paul Zollers und Loriana Casagrandes Bühnenbild im Stadttheater Klagenfurt folgerichtig mit floralen Arabesken, eleganten blauen oder beigen Tapeten und erweitert dies um raffiniert gezoomte Videoprojektionen einer Pariser Stadtpalais-Fassade auf diesen Pfeilern. Das Spiel der Bilder changiert beständig zwischen Traum und Wirklichkeit und entwickelt eine eigene Eleganz, die sich fortsetzt in den bourgeoisen Kostümen von Axel Aust. Auf dem Laufsteg der ...

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Opernwelt April 2020
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Karl Harb

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