Zwischen Illusion und Wirklichkeit

Eindrücke vom diesjährigen Wexford Opera Festival

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Der jährliche Besuch des Festivals im südostirischen Wexford gleicht mitunter dem Griff in die Wundertüte, bei dem man mal einen guten Fang macht, mal nicht und gelegentlich das große Los zieht, wie 2014 mit Jacopo Furonis «Christina, regina di Svezia» geschah. Von Anfang an beschloss der kleine Gründerkreis passionierter Opernliebhaber, der das Festspiel 1951 aus der Wiege hob, sich auf unbekannte Werke zu spezialisieren. Für den Start wählte er die 1857 in London uraufgeführte Oper «Die Rose Kastiliens» von Michael William Balfe.

Den Ausschlag gab, dass der Komponist einen persönlichen Bezug zu Wexford hatte, dass man sich von den eingängigen Melodien erhoffte, dass sie ein irisches Publikum anziehen würden, und dass die Oper das Kriterium erfüllte, kaum gespielt worden zu sein. Damit war das Muster für die Zukunft gesetzt, obwohl die Regel nicht immer eingehalten wurde.

Ursprünglich hatten sich die Gründer zusammengetan, um gemeinsam Opern-Schallplatten zu hören. Jetzt standen sie plötzlich an dem unwahrscheinlichen Standort des natürlichen Fischerhafens an der Mündung des Slaney einem aus amateurhaften Wurzeln entsprungenen Opernfestival vor, das alsbald nicht mit obskuren ...

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Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Gina Thomas

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