Zwischen Himmel und Hölle

Pier Francesco Maestrini verknüpft Puccinis Rätselwerk «Il trittico» am Theater Kiel mit Dantes «Divina Commedia» zu einem bizarren Sittengemälde

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Der Pfad ins Paradies, wir wissen es spätestens seit Erscheinen von Dante Alighieris «Divina Commedia», einem der maßgeblichen Texte der europäischen Kulturgeschichte, ist verschlungen, steinig und steil. Und er führt, jedenfalls bei Dante, durch die Hölle und das Fegefeuer. Wer das ersehnte Elysium (welcher Provenienz auch immer es sein mag) wirklich ohne Wunden erreichen will, muss entweder sehr eng mit Fortuna im Bunde oder strengstgläubig sein. Vielleicht sogar beides. Und selbst das ist noch keine Garantie für Glück.

Der Mensch befindet sich zeitlebens in Not, und im Grunde ist nur der Tod imstande, ihn aus dieser Not zu befreien. Klingt zynisch. Aber nur dann, wenn man den Gegebenheiten der Existenz aus dem Weg geht.

Giorgetta und Michele, die zentralen Protagonisten in Puccinis Einakter «Il tabarro», zählen nicht zu denen, die verdrängen. Sie wissen um ihre gemeinsame, tragische Vergangenheit, um die Tristesse der Gegenwart, die Utopielosigkeit der Zukunft. Der Tod ihres Kindes hat sie entzweit, da ist von Liebe keine Spur mehr, nicht mal von Leidenschaft. Es regiert die pure, kaltherzige Aussichtslosigkeit, die am Theater Kiel, wo Pier Francesco Maestrinis Inszenierung aus ...

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Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 30
von Jürgen Otten

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