Zwischen Café-Konzert und Popmusik
Eigentlich wollte die Stiftung Palazzetto Bru Zane im Dezember 2020 für ihre der französischen Opern-Romantik gewidmete CD-Reihe Camille Saint-Saëns’ Tragédie lyrique «Déjanire» aufnehmen – ein Vorhaben, das sich unter Corona-Bedingungen nicht verwirklichen ließ. Kurz entschlossen entschied man sich, stattdessen André Messagers Comédie musicale «Passionnément» einzuspielen, die ohne Chor auskommt und nur sechs Solisten sowie ein klein besetztes Kammerorchester erfordert.
Messager gehörte, als Dirigent wie Komponist, zu den führenden Musikern der Dritten Republik und war zusammen mit Reynaldo Hahn einer der letzten Vertreter der französischen Operette. Als Uraufführungsdirigent von Debussys «Pelléas et Mélisande» schrieb er Musikgeschichte, als Komponist war er ein Meister der heiteren Muse, dessen Musik Eleganz, frivolen Witz und melodiösen Charme mit jenem stets leicht gefühlvoll-nostalgischen Unterton zu unterfüttern wusste, wie er seit Offenbach, Hervé und Lecocq typisch für die französische Operette ist. Dabei ging er, wie die 1926 uraufgeführte musikalische Komödie mit dem sprechenden Titel «Passionnément» beweist, durchaus mit der Zeit und ließ den Sound der Zwanzigerjahre ...
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Opernwelt September/Oktober 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 58
von Uwe Schweikert
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der bei Redaktionsschluss (5.8.) als Präsenzvorstellung angekündigten Premieren und Festivals der Monate September/Oktober 2021. Weitere Informationen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link: www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theaterlinks/
ML = Musikalische...
Die Trachtenjanker und Gamsbärte, die Dirndl und kunstvoll gezwirbelten Flechtfrisuren im Publikum gibt es nicht mehr. 1998 konnte man sie noch bewundern, als dieses Event wie ein Ufo in dem Tiroler Dorf unweit des Inns landete und dabei das Passionsspielhaus in Beschlag nahm. Doch Wagners «Rheingold» als Gründungsstück der Tiroler Festspiele (damals mit Albert...
Eine Stimme, die singt – nichts weiter. Aber was und wie sie singt, verführt in Luciano Berios abstrakt-wortlosem akustischem Theater «Sequenza III» den Hörer. Töne entstehen aus Mundgeräuschen, verschwinden, überlagern sich, die Palette der Laute reicht vom Stöhnen und Keuchen, Lallen und Schnalzen, Flüstern und Schreien, Lachen und Weinen bis zum Sprechen und...
