Zwischen Apokalypse und Grand Guignol

György Ligetis Theater des Absurden vom Weltuntergang und dem «Großen Makabren»

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Die Oper ist als Geschichte durchaus lebendige Musik, als Genre heute aber völlig unzeitgemäß. Es ist Wahnsinn, nach Wozzeck eine Oper kom -ponieren zu wollen.» Diese Äußerung Mauricio Kagels aus dem Jahr 1971 formuliert bündig, welche Rolle das Musiktheater für die junge, um Pierre Boulez, Luigi Nono und Karlheinz Stockhausen gescharte Komponistengeneration der europäischen Nachkriegsavantgarde spielte, die sich seit 1946 alljährlich bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik traf.

Für die bourgeoise Institution Oper zu schreiben, überließ sie den ihrer Ansicht nach reaktionären Kollegen wie Benjamin Britten, Gian-Carlo Menotti oder Hans Werner Henze, über den Boulez in seinem berühmt-berüchtigten «Spiegel»-Gespräch 1967 sagte, er sei «ein lackierter Friseur, der einem ganz oberflächlichen Modernismus huldigt». Andererseits war der scholastische Serialismus der Webern-Nachfolge mit seiner totalen Durchorganisation des Materials, die alle traditionellen Parameter der Musik tabuisierte, kaum geeignet, eine größere, abendfüllende Form zu tragen. Werke wie Nonos «Intolleranza», Kagels «Staatstheater» oder Helmut Lachenmanns «Mädchen mit den Schwefelhölzern» blieben vereinzelte ...

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Opernwelt Jahrbuch 2023
Rubrik: György Ligeti, Seite 146
von Uwe Schweikert

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