Zwischen allen Stühlen
«Eine feinere Operette» wollte Richard Strauss nach eigenem Geständnis mit »Die Liebe der Danae» schaffen, etwas Leichtes, «preziös» Ironisches in der Nachfolge Offenbachs. Bereits 1920 hatte ihm Hugo von Hofmannsthal einen entsprechenden Entwurf vorgelegt, aber da zeigte sich der Komponist noch uninteressiert. Man kann nur spekulieren, wie diese Oper ausgesehen und geklungen hätte, die dem Klima der 20er Jahre so entgegen gekommen wäre.
Als Joseph Gregor 16 Jahre später, zunächst ohne Kenntnis von Hofmannsthals Exposé, mit demselben Sujet an Strauss herantrat, fand er offene Ohren. Freilich galten Gregors Ambitionen «höheren» künstlerischen Zielen, er wollte den «schönen, reinen Grundgedanken, das Gold durch die Liebe zu überwinden» deutlicher herausarbeiten. Was im mühsamen, sich über Jahre hinziehenden Arbeitsprozess herauskam, war ein Kompromiss. Die «Heitere Mythologie», die Strauss schließlich als Gattungsbezeichnung wählte, ist nur mäßig heiter und schon gar nicht satirisch, denn Gregor brachte dafür nicht mehr als den Humor eines Lateinlehrers auf.
Die Musik, die dem alten Komponisten zu diesem etwas mauen Text einfiel, ist auch nicht besonders inspiriert, zeugt von Handwerk ...
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