Zwischen allen Stilen
Da rückt einer nach. Da mischt einer den Zirkel seiner komponierenden Amtsbrüder auf, bekommen die – älteren – Herren Rihm und Pintscher, Haas oder Furrer Blutzufuhr. Anno Schreier heißt der wahrlich noch junge Mann. Der Aachener des Jahrgangs 1979, der, etwas blass, fast ein wenig unbeholfen wirkend, sich im Entgegennehmen des – allenthalben starken – Beifalls noch üben muss, sammelt derzeit förmlich Preise.
Vor zehn Jahren schon war er Preisträger der Saarbrücker Kompositionswerkstatt, und der Förderpreis der Berliner Akademie der Künste 2009 war gewiss nicht die letzte Auszeichnung. Die Studienstiftung des deutschen Volkes nahm ihn früh auf, und das begehrte Stipendium in der römischen Villa Massimo ziert seine Biografie auch schon. Obendrein unterrichtet er seit drei Jahren Theorie in Karlsruhe.
2008 hatte er den Zürcher Wettbewerb Teatro minimo gewonnen. Der damit verbundene Kompositionsauftrag wurde dort nun auch uraufgeführt: «Die Stadt der Blinden», deren Libretto Kerstin Maria Pöhler aus dem Roman des portugiesischen Nobelpreisträgers José Saramago filterte. Gleichzeitig verhalf die Young Opera Company, das ehrgeizige Freiburger Off-Unternehmen, Schreiers erster ...
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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Heinz W. Koch
Kalt ist das Licht, das hinter einer durchsichtigen Lamellenwand erstrahlt, und der Wintermond macht eher frösteln, anstatt das Herz zu erwärmen. «Herr, mein Gott, erbarme dich unser!», lautet denn auch eine Gebetszeile in der Chor-«Ouvertüre», während sich schattenhaft eine Prozession durch den Schnee kämpft. «Russland in tiefer Nacht», heißt es dazu im...
Auf den ersten Blick ist Richard Strauss’ «Liebe der Danae» (1938-40) nicht zu retten: ein überladenes Kompilat verbrauchter musikalisch-dramatischer Formeln, in dem der greise Komponist sein eigenes Œuvre von «Salome» bis «Arabella» plagiiert – sentimental in der Überzuckerung seines eigenen Weltabschieds als Gott Jupiter und obendrein belastet durch ein...
Im Januar 2012 wird überall der 300. Geburtstag Friedrichs des Großen gefeiert. In Berlin zum Beispiel mit einer großen Ausstellung des Staatlichen Instituts für Musikforschung (26. Januar bis 24. Juni) und mit zwei konzertanten Aufführungen von «Montezuma» im Schiller Theater (26. und 28. Januar): Vesselina Kasarova singt die Titelpartie, Anna Prohaska und Pavol...
