Zweifelnde Helden
So ganz weg war er nie. Selbst als noch kein Mensch den Barock-Boom vorausahnen konnte, der die Klassikszene erfassen sollte, gehörte Giovanni Battista Pergolesi zu den Komponisten, deren Werke auf Bühnen und Konzertpodien gespielt wurden. Das komische Intermezzo «La serva padrona» war in alten Opernführern lange das einzige Stück, das die Zeitspanne zwischen Monteverdi und Mozart abdeckte, das «Stabat Mater» als sakrales Meisterwerk ohnehin nie ganz aus dem kollektiven Bewusstsein verschwunden.
Schließlich gab es da auch noch Strawinskys erfolgreiche Pergolesi-Verwurstung «Pulcinella», die den melodischen Einfallsreichtum des 1710 geborenen Italieners bewies. Umso erstaunlicher, dass ausgerechnet die Renaissance der Barockoper bislang unter Ausschluss der großen Bühnenwerke Pergolesis stattfand – obwohl sich schon die Zeitgenossen darüber einig waren, dass die Neuerungen des bereits mit 26 Jahren Verstorbenen in der Königsdisziplin der Opera seria mindestens ebenso bedeutend waren wie sein komisches Talent.
Vor allem die «Olimpiade» auf ein Libretto Metastasios wurde bald nach ihrer gefloppten Uraufführung 1733 zum Modellstück für einen neuen Operntypus, der nicht nur dem Gesang in ...
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