Zuverlässig, aber nicht berechenbar

Wie sich die Oper Frankfurt mit Augenmaß und frischen Kräften in Schwung hält

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Die Messestadt. Die Bankenstadt. Aber ist Frankfurt auch Opernstadt? Da zögert man, schiebt den Vergleich mit musiktheatralischen Hochburgen wie Wien, München oder Dresden doch lieber beiseite. Natürlich ist Oper in den ehemaligen großen Hoftheatern immer verankert gewesen. Beste Tradition. Hamburg (mit dem ältesten bürgerlichen Opernhaus Deutschlands) und Leipzig belegen, dass selbst Pfeffersäcke schon früh eine Schwäche fürs Musik- und vor allem Opernwesen hatten. Und Frankfurt gehört in diese Riege, zweifellos.

Auch als Uraufführungsstätte – mehrerer einstiger Welterfolge Franz Schrekers – hat sich die Frankfurter Oper einigen Ruhm erworben, kann so ein wenig mit Dresdens Semperoper, dem bevorzugten Weltpremierenort von Richard Strauss, konkurrieren. Das alles ist freilich schon 100 Jahre her. Doch von 1952 bis 1961 hatte das Haus erneut einen besonderen Ruf – als Wirkungsstätte des just zur Weltkarriere durchstartenden Georg Solti. Und von 1968 bis 1977 leitete dort Christoph von Dohnányi die Geschicke – eine Zeit, in der man sich vorsichtig an szenische Erneuerungsarbeit heranwagte, mit Regisseuren wie Bohumil Herlischka und Hans Neugebauer, nicht zuletzt mit munteren eigenen ...

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Opernwelt Jahrbuch 2015
Rubrik: Opernhaus des Jahres, Seite 22
von Hans-Klaus Jungheinrich

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