Zum Davonfliegen

Wagner: Lohengrin
ERFURT | THEATER

Opernwelt - Logo

Zumindest für Science-Fiction-Freunde hält der Erfurter «Lohengrin» ein paar Augenblicke Kurzweil bereit. Dann nämlich, wenn man das Plündern einschlägiger Genrefilme, das Regisseur Hans-Joachim Frey und sein Ausstatter Hartmut Schörghofer so unbekümmert wie wenig durchdacht betreiben, zum Anlass für ein heiteres Zitate-Raten nimmt. «Metropolis», «Raumpatrouille Orion», «Starship Troopers» – vom Klassiker bis zum Trash ist alles dabei.

Mehr ist dieser Erfurter Inszenierung, die mit Videoprojektionen nicht geizt (Marc Löhrer) und dabei keine Peinlichkeit ausspart, allerdings kaum abzugewinnen. Auch musikalisch nicht, einmal davon abgesehen, dass Uwe Stickert als Lohengrin und Margrethe Fredheim als Elsa im dritten Aufzug doch noch zu passablem Wagner-Gesang finden.

Anfangs besteht noch Grund zur Zuversicht: Die zu den auratischen Klängen des Vorspiels dargestellte Geschichte von Gottfrieds Verschwinden fasst Nietzsches Wort von einer Musik, die «von opiatischer, narkotischer Wirkung» sei, in stimmungsvoll ausgeleuchtete Bilder. Doch bereits bei den zwar akkuraten, aber wenig atmosphärischen Lichtgemälden der Streicher gibt Dirigent Myron Michailidis eine Marschroute vor, von der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2020
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Werner Kopfmüller

Weitere Beiträge
Anspruchsvoll

Eine Zeitlang war Franz Kafka von der Idee beseelt, seine themenverwandten Erzählungen «Das Urteil», «Die Verwandlung» und «In der Strafkolonie» als Trilogie unter dem Titel «Strafen» zu veröffentlichen. Diesen Plan, den der Schriftsteller nie in die Tat umsetzte, hat nun Brice Pauset gleichsam posthum und im Auftrag der Oper Dijon zumindest musikalisch...

Atem der Tradition

Viereinhalb Jahrhunderte – wer vermag eine solche Zeitspanne zu fassen, mit lebendiger Geschichte zu füllen? Die Staatskapelle Berlin feiert 2020 den 450. Jahrestag ihrer ersten Erwähnung. Als Kurbrandenburgische Hofkantorei bzw. Hofkapelle wurde sie im 16. Jahrhundert ins Leben gerufen, mit einer größeren Anzahl von Sängern und einer weit geringeren an...

Personalien, Meldungen April 2020

Jubilare

Meriel Dickinson studierte 1958-63 Klavier und Gesang am Royal Manchester College of Music, anschließend an der Wiener Musikakademie, wo sie zwei Jahre späte ihr Diplom als Gesangslehrerin erwarb. Die vielseitige Mezzosopranistin begann ihre Laufbahn 1964 in London als Konzertsolistin, wobei sie sich vor allem der zeitgenössischen englischen Musik...