Zu viel Druck auf der Tube

Power, aber wenig Stil: Bellinis «Norma» aus Cluj

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Das Drama beginnt vorschriftsgemäß. Maestoso e deciso wünschte sich Bellini den Beginn der Ouvertüre zu seiner «Norma», majestätisch und entschieden. Und genauso gehen die Musikerinnen und Musiker des Transylvania State Philharmonic Orchestra das g-Moll-Allegro an. Am Pult steht mit Pier Giorgio Morandi allerdings auch ein Experte in Sachen Belcanto, der weiß, wie man die Konturen dieser Musik wirksam zu schärfen weiß.

Präzise, pointiert und gefüllt mit der nötigen Italianità ist das Spiel des Orchesters unter seiner Leitung auch noch im G-Dur-Abschnitt, wo ein Funken Licht (vor allem bei den Flöten) ins Dunkel dringt und zarttönende Hoffnung aufglimmt, wenn die Musik sich über As-Dur und B-Dur zum flott-federnden Tanz hinwendet, um schließlich in flammendem G-Dur zu enden. Das Feld ist bereitet für den Kampf der Kulturen.

Nur braucht es dazu eben auch herausragende Sängerinnen und Sänger; Bellinis Partitur ist voller Tücken, sie erfordert Leichtigkeit ebenso wie eine strahlende, dramatisch aufgeworfene Höhe und ein erkleckliches Stilbewusstsein. Und gerade über Letzteres gebieten in dieser Studioproduktion aus dem Radio Cluj nur wenige. Melody Moore zum Beispiel, die der ...

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Opernwelt November 2025
Rubrik: Medien, Seite 33
von Jürgen Otten

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