Ziemlich spooky
Ein Fall für die Philologie: Allein drei Titel hat die letzte Oper der polyglotten englischen Komponistin Ethel Smyth: «Les Naufrageurs», «Strandrecht» und «The Wreckers». Französisch, weil dies die bevorzugte Dichtersprache des franko-amerikanischen Librettisten Henry Brewster, genannt Harry, war und Smyth an eine Uraufführung in London dachte, wo André Messager kurzzeitig Direktor am Royal Opera House war. Deutsch, weil die Oper dann doch nicht an Covent Garden, sondern in Leipzig Premiere hatte und dafür übersetzt werden musste.
Und englisch, weil die Komponistin zusammen mit der Dichterin und Übersetzerin Alma Stettell einen neuen Text verfasste, der dann der Londoner Aufführung durch Thomas Beecham zugrunde lag. Doch die sprachlichen Anpassungen gingen mit kompositorischen einher, so dass die Dramaturgin am Staatstheater Karlsruhe, Stephanie Twiehaus, von einem «work in progress» spricht, das erst 1939 in einer Fassung letzter Hand abgeschlossen wurde. Diese handschriftliche, mit vielen Einschüben und Korrekturen versehene und unübersichtlich gewordene Partitur liegt zusammen mit den ebenfalls handschriftlichen Orchesterstimmen im Royal College in London.
Was hören wir also, ...
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Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Lotte Thaler
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