Zauberhaft
Seine Karriere mutet an wie ein Märchen. Noch vor Abschluss seines Gesangsstudiums an der Stuttgarter Musikhochschule legte Konstantin Krimmel 2019 seine erste CD («Saga») mit Balladen der deutschen Romantik vor, die sofort ein voller Erfolg wurde und ihn als eines der größten Talente im Baritonfach auswies. Inzwischen ist er Preisträger mehrerer Gesangswettbewerbe, Mitglied der Bayerischen Staatsoper und hat seine Kompetenz im Liedgesang mit einer Auswahl von Kompositionen Liszts unterstrichen, die dessen vernachlässigtes Œuvre glänzend rehabilitiert.
Im Oktober 2022 sang er in München seinen ersten Guglielmo in Mozarts «Così fan tutte» – ein Rollendebüt, das kaum zufällig von einer CD flankiert wird, die sich Wiener Opern der Mozart-Zeit zuwendet.
Krimmel macht es sich nicht leicht, sondern greift mit Bühnenwerken, die alles andere als landläufig sind, tief in die Mottenkiste der Musikgeschichte. Den Weg weist dabei Papagenos bekanntes «Vogelfänger»-Lied aus der «Zauberflöte» (Krimmel singt es geradlinig, mit leichtem Ton und ohne Faxen), dem einzigen abendfüllendem Werk, das aus dem damals enorm populären Genre der märchenhaften Zauberoper bis heute überlebt hat. Die recht ...
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Opernwelt 12 2022
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 33
von Uwe Schweikert
Radikal entzaubert kommt sie daher, die neue Frankfurter «Zauberflöte», in steril-nüchternem Weiß. Als zeitgenössische Antwort auf Alfred Kirchners märchenhafte Kultinszenierung, die seit ihrer Premiere im Jahr 1998 fast ein Vierteljahrhundert auf dem Spielplan stand, ist diese karge Ästhetik keineswegs überraschend. Reduktion heißt das Zauberwort in Ted Huffmans...
Le Voyage dans la Lune» ist nach «La Périchole» und «Maître Pé-ronilla» die dritte Operette Jacques Offenbachs, die das Palazzetto Bru Zane in seiner der französischen Oper gewidmeten CD-Buchreihe vorlegt. Die 1875 am Pariser Théâtre de la Gaîté uraufgeführte Opéra-féerie war einer der wenigen Sensationserfolge des späten Offenbach und wurde 186 Mal am Stück...
Die Dame darf getrost als «Berlinerin» gelten. Seit 1912 in der deutschen Hauptstadt und dort seit 1924 öffentlich gezeigt, hat das nicht ganz freiwillige Exil doch sprachlich ziemlich abgefärbt. Mag auch die Büste der Nofretete beharrlich schweigen, ihre pharaonische Nachfolgerin bedient sich dreieinhalb Jahrtausende später ungeniert des örtlichen Jargons. Auch in...
