Zauberhaft
Seine Karriere mutet an wie ein Märchen. Noch vor Abschluss seines Gesangsstudiums an der Stuttgarter Musikhochschule legte Konstantin Krimmel 2019 seine erste CD («Saga») mit Balladen der deutschen Romantik vor, die sofort ein voller Erfolg wurde und ihn als eines der größten Talente im Baritonfach auswies. Inzwischen ist er Preisträger mehrerer Gesangswettbewerbe, Mitglied der Bayerischen Staatsoper und hat seine Kompetenz im Liedgesang mit einer Auswahl von Kompositionen Liszts unterstrichen, die dessen vernachlässigtes Œuvre glänzend rehabilitiert.
Im Oktober 2022 sang er in München seinen ersten Guglielmo in Mozarts «Così fan tutte» – ein Rollendebüt, das kaum zufällig von einer CD flankiert wird, die sich Wiener Opern der Mozart-Zeit zuwendet.
Krimmel macht es sich nicht leicht, sondern greift mit Bühnenwerken, die alles andere als landläufig sind, tief in die Mottenkiste der Musikgeschichte. Den Weg weist dabei Papagenos bekanntes «Vogelfänger»-Lied aus der «Zauberflöte» (Krimmel singt es geradlinig, mit leichtem Ton und ohne Faxen), dem einzigen abendfüllendem Werk, das aus dem damals enorm populären Genre der märchenhaften Zauberoper bis heute überlebt hat. Die recht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt 12 2022
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 33
von Uwe Schweikert
Stück-Werk» hieß das Ziel, das der Stuttgarter Opern-Intendant Klaus Zehelein 1997 ausgab, nachdem er sich mit dem für die geplante Neuinszenierung von Wagners «Ring des Nibelungen» vorgesehenen Regisseur Johannes Schaaf zerstritten hatte und eine andere Lösung suchte. Dass das Ganze das Unwahre sei, hatte er einst bei Adorno gelernt. «Wagners Arbeit am Ring», so...
Mit Kurt Weill als Musical-Komponist fremdelt man im deutschsprachigen Raum nach wie vor. Ein Beispiel ist Weills «Lady in the Dark» (von 1941) mit den Gesangstexten von Ira Gershwin und dem Libretto von Moss Hart. Spätestens nach dem Erfolg der Hollywood-Satire auf die Fashion-Welt «Der Teufel trägt Prada» (2006) mit Meryl Streep in der Rolle der eisernen...
Das Feuer: Zweck und Ende», schreibt Regisseur Cesare Lievi über Verdis «Il trovatore», diese «opera notturna», in der alles schon eingeäschert scheint, bevor es überhaupt beginnt. Für das Teatro del Maggio Musicale Fiorentino hat Lievi das Dramma lirico in ein aschegraues Schauermärchen mit Horrorfilmanleihen verwandelt. Krisselig-düster flimmert die Leinwand im...
