Zauberhaft
Es liest sich wie das Firmenschild einer Feinkosthandlung im idyllischen Marais von Paris oder eines dort beheimateten, nur Connaisseurs vertrauten Spezialitätenrestaurants: «Dussaut & Covatti». Mit den Stichworten «Paris» und «Connaisseur» haben die beiden Namen durchaus einiges zu tun. Denn die französische Metropole spielte eine wichtige Rolle im Leben des Komponistenpaars Robert Dussaut und Hélène Covatti.
Er kam 1896 in Paris zur Welt; sie, 1910 als Tochter einer Malerin und eines rumänischen Diplomaten in Athen geboren, siedelte als 15-Jährige an die Seine, um am Conservatoire zu studieren. Ihr Œuvre darf durchaus als Geheimtipp gelten, ist bislang wenigen Eingeweihten bekannt. Zwar umfasst die kreative Hinterlassenschaft der beiden neben Liedern auch Symphonien, Opern und Kammermusik. Doch die Werke schafften, wohl mangels eines merkantilen Netzwerks ihrer vor allem im Lehrberuf reüssierenden Schöpfer, nicht den Sprung ans Tageslicht des Repertoires. Vieles dümpelte in Kisten und dunklen Ecken vor sich hin, ehe der baskische Pianist und Dirigent Iñaki Encina Oyón, angeregt von seiner Klavierlehrerin Thérèse Dussaut (der Tochter des Paars) sich der Manuskripte annahm. Ein ...
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Opernwelt Juli 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 36
von Gerhard Persché
Hört man das Recital von Samuel Mariño, dem jungen Sopranisten aus Venezuela, mag einem der Eiskunstlauf in den Sinn kommen: die glitzernde Showfläche, die geschliffenen Kufen, die von den Schlittschuhen virtuos in Eis gezeichneten präzisen Kurven und Schnörkel. Apropos: Der Russe Ilja Klimkin war 1999 der Erste seiner Zunft, der zwei Vierfach-Sprünge...
Den Stein ins Rollen brachten ein Diplom-Ingenieur und ein Anglistik-Professor. Man könnte auch sagen: deren aufgeklärte Begeisterung für das Werk Richard Wagners. Als Heinz Weyringer 1995 mit Walter Bernhart in Graz das «Wagner Forum» gründete, ahnte niemand, dass aus diesem Verein, der als liberal-weltoffene Alternative zu der gegen die Erneuerung der Bayreuther...
Liebhaber deutscher Bühnenkunst in Argentinien hatten sich zu gedulden im April 1929: «Alexander Moissi [ist] mit anderen Passagieren an Bord eines Ozeandampfers leicht an Gelbfieber erkrankt. Das Schiff mußte deshalb in Buenos Aires in Quarantäne gehen und Moissi war gezwungen, sein Gastspiel im dortigen Theater zu verschieben.» Wie heute erwiesen sich Schiffe als...
