Sergei Morozov, Aleksandra Alekseeva, Valentin Schwarz, Andrea Cozzi, Barbora Horá­ková-Joly, Cornelia Schmidt. Foto: Lupi Spuma

Wunderkammer

20 Jahre Ring Award für Regie und Bühnengestaltung: Beobachtungen beim jüngsten Finale in Graz

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Münchhausen hat auf allen Linien gesiegt, alternative Wahrheiten scheinen angesagt. Doch eigentlich müssten Theaterleute abwinken. Denn die Manipulation von Fakten gehört seit je zu den unverzichtbaren Jetons des theatralischen Spiels mit der Realität; letztlich bleibt bloß die Frage nach der Priorität. Auf solche fake news hoben denn auch Valentin Schwarz (A) und Andrea Cozzi (I) beim diesjährigen «Ring Award» mit dem ersten Akt von Donizettis «Don Pasquale» ab.

Sie beschworen Parallelwelten, in denen Verrücktheit zur Wirklichkeit wird und die Titelfigur mit ihren Neurosen und Trugbildern einer feindlichen Realität gegenübersteht. Als Spielplatz wählten sie freilich nicht das Oval Office, sondern eine opulent-groteske Wunderkammer voller künstlerischer, wissenschaftlicher und mystischer Objekte. Und eben diese Wunderkammer ließ nicht nur das (dem Team zum Teil wohl freundschaftlich verbundene) Publikum in Enthusiasmus ausbrechen, sondern überzeugte auch die Ring Award-Jury, die den historisch-reflektierten Ansatz, die aufeinanderprallenden Welten und nicht zuletzt den flotten Slapstick pries. Schwarz und Cozzi holten sich nicht nur den Hauptpreis, sondern auch zahlreiche ...

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Opernwelt August 2017
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Gerhard Persché

Vergriffen
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