Fast vergessen

Zwei Biografien beleuchten die Entwicklung der Dirigenten Eugen Szenkar und Hugo Reichenberger

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Er war zurück, endlich. Das Exil, das beschwerliche, entbehrungsreiche, die Jahre in Moskau und Südamerika, all das lag hinter ihm. Eugen Szenkar war wieder in seiner Wahlheimat Deutschland. Der Jude, den die politischen Umstände vertrieben hatten, nahm seine Dirigententätigkeit wieder auf, unter anderem 1950 für eine Kölner Produktion von Offenbachs «Hoffmanns Erzählungen». Die Titelpartie sang Rudolf Schock. Wer etwa die Arie von Kleinzack hört, wird schnell erkennen, dass hier auf Messers Schneide musiziert wird. Operettenglück? Weit gefehlt.

Das klingt wahnhaft und im eigentlichen Sinne romantisch, überschwänglich, exzentrisch.

Szenkar zählt zu den Dirigenten, die vor allem die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts musikalisch prägten, und ist heute dennoch weitgehend vergessen. Geboren 1891 in Budapest als Sohn einer hochmusikalischen Familie – der Vater war Organist, Komponist und Dirigent –, arbeitet sich Szenkar über kleinere Engagements in Prag, Salzburg, Dresden, Altenburg und Berlin durch die Kapellmeisterlehrzeit, bis er 1924 Generalmusikdirektor an der Kölner Oper wird, als Nachfolger von Otto Klemperer und neben Hermann Abendroth, der seinerzeit beim Gürzenich-Orchester ...

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Opernwelt August 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Christoph Vratz

Vergriffen
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