Wolken am Firmament
Das «Urlicht» glimmt noch, aber Samuel Hasselhorn, der mit dem gleichnamigen Album und Orchesterliedern von Mahler, Korngold, Zemlinsky und Braunfels kürzlich erst Furore machte (berechtigter Lohn war die Kür zur «CD des Monats»), bewegt sich bereits wieder in den Gefilden der frühen Romantik, einer ihm zutiefst vertrauten ästhetischen Landschaft: «Licht und Schatten» ist seine neue CD übertitelt, sie greift damit die genuin Schubertische Dialektik aus «Lachen und Weinen» auf.
15 Lieder, einige davon am Rande des Kanons beheimatet, hat der Bariton ausgesucht und sie mit seinem Pianisten Ammiel Bushakevitz zu einem Panorama der Introspektion gebündelt. Doch kein verzärtelter, in sich verpuppter, hyperempfindsam-larmoyanter Künstler tritt uns hier entgegen. Es ist der zu allem entschlossene, mitteilungsbereite, zwischen den Extremen hin und her pendelnde Weltenwanderer. Und das schon im ersten Lied «Die junge Nonne» auf Verse von Jacob Nicolaus Craigher de Jachelutta (eines Zeitgenossen Schuberts), in dem die Titelfigur dem äußeren Brausen das innere Aufgewühlt-Sein beinahe trotzig entgegensetzt. Hasselhorn «verkörpert» die Irrungen und Wirrungen dieser verwundeten Seele, ihr ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt März 2025
Rubrik: Medien, Seite 25
von Jürgen Otten
Die Opéra national de Paris hat kein Glück mit dem «Ring». Wagners Tetralogie wurde in Frankreichs Hauptstadt zunächst stückweise präsentiert, zudem in der falschen Reihenfolge: «Das Rheingold» kam erst 1909 zur Aufführung, nach «Walküre» (1893), «Siegfried» (1901) und «Götterdämmerung» (1908) – und zwei Jahrzehnte nach Produktionen in ungleich kleineren Städten...
Man staunt nicht schlecht angesichts der jüngeren Vorfälle an der Berliner Alice Salomon Hochschule (ASH), wo sogenannte «linke» propalästinensische Aktivisten ungestört zur Intifada aufriefen und Zionisten zu unerwünschten Personen erklärten, ohne dass die Hochschulleitung mäßigend eingegriffen hätte. Man staunt über die Chuzpe derer, die den täglich zunehmenden...
Multitalent
Sie ist eine Frau, die weiß, was sie kann und was sie will. Und nie käme Dagmar Manzel auf die Idee, sich ihren Mund verbieten zu lassen. Offenheit ist für sie eine Tugend, und jene besonderen Gaben, die nötig sind, um das auf der Bühne zu zeigen, besitzt sie auch. Vor einigen Jahren hat sie sich der Oper zugewandt, zunächst als Sängerin, nun auch als...
