Bellini: Norma (Haider)

Filigran gehäkelt. Edita Gruberovas Baden-Badener "Norma" liegt auf CD vor

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Eine Frau wird zur Erlebnisbaustelle. Das hängt zum einen mit der kniffligen Situation zusammen, in der sie sich befindet: Sie ist gallische Druidenpriesterin und hat zwei uneheliche Kinder von einem Römervater, der nun überlegt, sich mit einer anderen davonzumachen. Zum anderen hat diese Frau jede Menge komplizierter Töne vor der Brust, weswegen die Zahl derer, die der Versuchung erlegen sind, in ihre Rolle zu schlüpfen, auch deutlich größer ist als jenes elitäre Grüppchen, das dieser Partie wirklich gewachsen ist.


Die Frau Norma des Herrn Bellini ist nun mal nicht einfach zu singen und noch weniger leicht zu gestalten. Heroine, Tragödin, Rächerin – allesamt Attribute, die galliges Gift auf den Stimmbändern quasi voraussetzen. Doch nun ist mit der Darstellung Edita Gruberovas die Schallplattengeschichte um ein «Norma»-Kapitel reicher, das diese Figur auch von einer anderen, persönlicheren Seite zeigt und sich zugleich den historischen Wurzeln wieder annähert – was nicht mit Gruberovas Wahl zusammenhängt, die «Casta diva» in dem von Bellini ursprünglich vorgesehenen G-Dur und nicht in dem erst später nach unten verlegten F-Dur zu singen. Das Nur-Dramatische hat in Gruberovas ...

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Opernwelt Juli 2005
Rubrik: platten, Seite 55
von Christoph Vratz

Vergriffen
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