Apropos ... Heldenbariton: Michael Volle

Michael Volle, eben noch als Beckmesser oder Wolfram aktiv, debütiert Mitte November als «Walküren»-Wotan in Sevilla. Im Januar 2012 folgt der Hans Sachs in Zürich, 2013 der Holländer an der Staatsoper Berlin.

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Ist das eine neue Lebensphase: Michael Volle als Heldenbariton?
Vor einiger Zeit habe ich zu meiner Managerin gesagt: Ich will, bevor ich aufhöre, in ferner, ferner Zukunft also, auch noch einmal einen Papageno singen. Ich möchte mich also nicht von irgendwelchen Fächern verabschieden.

Kann man den Wotan erst ab einem bestimmten Alter singen?
Die Partie erfordert nicht nur viel Kondition, sondern auch eine gewisse Erfahrung in der Einteilung. Diese langen Erzählungen muss man kognitiv strukturieren können. So etwas gelingt einem Anfänger kaum.



Haben Sie eine Wotan-Stimme?
Ich werde mich nicht verbrüllen. Man darf sich da nicht verleiten lassen. Es gibt viel Kammermusikalisches, Intimes beim Wotan. Man muss eben vorsichtig sein, die Partie droht einen sonst aufzusaugen.

Der Karriere-Start mit Oratorien, dann Lyrisches, nun die schweren Helden: Das wirkt ziemlich stringent. War alles so geplant?
Es war gar nichts geplant. Ich bin ein sehr intuitiver Mensch. Vielleicht habe ich auch nie Anfragen zur falschen Zeit bekommen. Auch wenn ich jetzt Wotan oder Sachs singe: Ich will dafür nicht irgend-etwas anderes weglassen müssen. Ich werde weiterhin um jeden Bach und um jeden Schubert kämpfen. ...

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Opernwelt November 2011
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Markus Thiel

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