Wie ein glatter goldner Ring
Im altgriechischen Theater war die Verschmelzung von gesprochenem Wort und (improvisierter) Musik selbstverständlich. Drama und Melos, Text und Klang, Sprechen und Singen agierten gleichsam auf Augenhöhe. Erst unter dem Einfluss der durchkomponierten Oper begannen sich die Gewichte zu verschieben: «Prima la musica, poi le parole» – der Titel des Einakters von Antonio Salieri deutet bereits Ende des 18. Jahrhunderts auf einen Paradigmenwechsel.
Andererseits: Von Mozarts «Entführung», Beethovens «Fidelio» und Webers «Freischütz» bis Schönbergs «Moses und Aron» oder Orffs «Antigonae» finden sich etliche Bühnenwerke, die singende Schauspieler und sprechende Sänger fordern. Überlegungen zu einer schwierigen Beziehung
Die durch Gespräch zerrissene Oper ist überhaupt wohl ein Unding, das wir nur aus Gewohnheit dulden.» Dieses vor 200 Jahren von dem Dichtermusiker E.T.A. Hoffmann ausgesprochene Verdikt mag so manchem Intendanten und Regisseur zupasskommen, wenn er sich im Theateralltag mit den ästhetischen Fallstricken, aber auch mit den aktuellen Besetzungsproblemen der deutschen Spieloper, der französischen opéra-comique oder der Operette auseinandersetzen muss. Der Verlust der Praxis ...
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Sie ist nicht die einzige Künstlerin, die sich mit flammender Wehmut an die Zusammenarbeit mit Patrice Chéreau erinnert. Während der Proben zum legendären «Ring» auf dem Bayreuther Festspielhügel hat Hanna Schwarz den französischen Regisseur kennen- und sofort schätzen gelernt. Später, in der Pariser «Uraufführung» der komplettierten «Lulu» Alban Bergs, war sie...
Wie viel Antisemitismus steckt in den «Meistersingern»? Schwingen in der Figur Beckmessers die judenfeindlichen Reflexe Richard Wagners mit? War «die heil’ge deutsche Kunst», von Hans Sachs beschworen, als Kampfbegriff angelegt, oder wurde das Stück erst später nationalistisch vereinnahmt? Kann man, zumal nach dem Kniefall der Bayreuther Festspiele vor dem...
Etwas war anders als sonst. Ziemlich anders. Nicht mehr vier Teile, sondern nur deren drei enthielt das gemeinsam von Tatjana Gürbaca (Regie), Bettina Auer (Dramaturgie) und dem Dirigenten Constantin Trinks realisierte «Ring»-Projekt im Theater an der Wien. Grundidee war es, die Geschichte aus dem Blickwinkel der Opfer, der jungen Generationen in Wagners Zyklus,...
