Wie aus einem Guss
Manchmal ist weniger mehr. Die Opéra Comique ist nicht die Pariser Nationaloper, Messagers «Fortunio» (1907) nicht «Pelléas et Mélisande», kurz zuvor am gleichen Haus uraufgeführt. Und die Sänger, die auf der Bühne stehen, sind (noch) nicht jene, deren Konterfeis auf den Soloalben der Major-Labels prangen. Doch was für ein durch und durch befriedigender, ja beschwingender Abend! Mit kleinen, aber feinen Mitteln reiht die Opéra Comique seit ihrer statutarischen, budgetären und programmatischen Wiedergeburt 2007 eine fesselnde Produktion an die andere.
«Fortunio», eine Wiederaufnahme aus dem Jahr 2009, ist ein Paradebeispiel für den nach jahrzehntelangen Verirrungen wiedergewonnenen Geist des Hauses. Zu den Eckpfeilern der Programmpolitik zählt nunmehr die Erschließung des reichen historischen Fundus’ der Institution. Gut ein Jahrhundert lang, bis etwa zum Ersten Weltkrieg, hatte die «kleine» Komische Oper der «Grande Boutique» (so Verdis Spottname für die heutige Pariser Nationaloper) in Sachen Wagemut und Innovationskraft oft den Rang abgelaufen. Fixsterne des Repertoires wie «Carmen» oder «Les Contes d’Hoffmann» wurden hier uraufgeführt; daneben gibt es freilich etliche ephemere ...
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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Marc Zitzmann
Etwas war anders als sonst. Und das lag nicht nur daran, dass in Robert Carsens bildmächtiger Amsterdamer Inszenierung die sonst übliche Reihenfolge der beiden Stücke geändert worden war: Leoncavallos «I Pagliacci» bildete hier den tragischen Unterbau für Mascagnis «Cavalleria rusticana». Nein, es war auch die Art und Weise, wie die Klänge in den Saal geworfen...
Zum Ausklang der Saison 2018/19 stand an der Opera di Roma Mozarts «Idomeneo» auf dem Spielplan – zum ersten Mal seit 1983. Beworben wurde die Koproduktion mit Madrid, Kopenhagen und Toronto als provokative Deutung im Sinne tagesaktueller Krisen. Robert Carsens Neuinszenierung löst das durchaus ein – wobei die freundliche Aufnahme durch das römische Publikum...
Ungewöhnliche Spielstätten wie die High Line, Manhattans hippester Parkstreifen, oder Clubs in Brooklyn. Als Hauptbühne die feine, 200 Plätze bietende Theater-Black-Box des Baruch Colleges: In nur fünf Jahren hat sich die Heartbeat Opera zur ehrgeizigsten freien Operntruppe New Yorks entwickelt. Gegründet wurde sie 2014 von dem aus Washington D.C. stammenden...
