«Glück spielt eine große Rolle»
Etwas war anders als sonst. Und das lag nicht nur daran, dass in Robert Carsens bildmächtiger Amsterdamer Inszenierung die sonst übliche Reihenfolge der beiden Stücke geändert worden war: Leoncavallos «I Pagliacci» bildete hier den tragischen Unterbau für Mascagnis «Cavalleria rusticana». Nein, es war auch die Art und Weise, wie die Klänge in den Saal geworfen wurden in diesem Dramma in due atti.
Das Unwirsche, Rigorose des vivace, deciso zu Beginn der Oper erschien aufgeweicht, Initial und Gegenbild waren miteinander verwoben zu einem poetischen Klangbild, gleichsam als Antizipation des lyrisch gestimmten zweiten Themas in der parallelen Molltonart. Sanfter, ja beinahe schubertischer mutete der Prolog an, so, als wollten Dirigent und Orchester das Publikum behutsam hineinführen in die doppelbödige und deswegen umso fatalere Welt der Komödianten, und als sei ihr Ziel, die ganze Vulnerabilität der darin agierenden Personen schon vor deren erstem Auftreten zu vermitteln, zugleich aber auch die Möglichkeit der Liebe zu evozieren: Selten hatten die Violinen am Ende des siebten Taktes so sehnsüchtig gesungen in diesem largo sostenuto.
Zu danken war dies dem designierten Neuen. Noch ...
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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Porträt, Seite 36
von Jürgen Otten
Die drittletzte der insgesamt rund 70 Opern Gaetano Donizettis, von den Häusern um des Kassenstands willen oft gespielt und vom Publikum mit Blick auf einen launigen Opernabend heiß geliebt – «Don Pasquale» ist doch fürwahr ein einfältiges Stück. Ein Schwank mit simpler Musik, eine Operette, aber nicht so gut wie «Die Fledermaus». Doch Vorsicht, die Behauptung ist...
alpha
02.02. – 21.45 Uhr
Berlioz: Symphonie fantastique
Symphonieorchester des BR, ML: Davis
arte
02.02. – 17.30 Uhr
Beethoven bei der Folle Jounée in Nantes
Am Pult des Orchestre Philharmonique de Radio France: die chinesische Dirigentin Xian Zhang.
02.02. – 23.05 Uhr
Beethovens Neunte
«Wenn jemand von einem anderen Planeten kommt und fragt: ‹Was macht die...
Mancher Melomane hielt ihm als Schwäche vor, was eigentlich seine Stärke ausmachte: den geradlinigen, natürlichen Klang der Stimme. Peter Schreier war kein Sänger des effekthaltig gestalteten, «gemachten» Ausdrucks. Arabeskem begegnete man bei ihm so wenig wie einem auf Wirkung zielenden Kunstwillen. Zeit seiner sechs Jahrzehnte überspannenden Laufbahn blieb er...
