Wichtige Sängerinnen der Saison 24/25
Kurzfristig sprang Véronique Gens in Axel Ranischs Inszenierung von Prokofjews «Spieler» in Stuttgart ein und bestimmte gleich das Bühnengeschehen. «Sie singt und spielt mit einer sensationell vornehmen Präsenz und Haltung», schrieb unser Kritiker Götz Thieme. «Sie muss nur, gewandet in einen Pelz-Satin-Traum in Orange, die Beine übereinanderschlagen, unter ihrem Anna-Wintour-Bob mit den Augen plinkern und am Schluss ihrer ersten Szene dem General zuschleudern: ‹Doch Geld gebe ich dir nicht.› Und der Theatergott, der vielleicht eine Göttin ist, ist versöhnt.» (OW 4/2025).
Die Huldigung gilt einer Sängerin, die zunächst im Repertoire der Barockmusik und bei den Opern Mozarts von sich hören machte. Ihre Donna Elvira bei den Festspielen in Aix-en-Provence 1998 (Claudio Abbado dirigierte) brachte ihr breite Anerkennung. Mittlerweile umfasst ihr Repertoire sämtliche Stilepochen, in der kommenden Saison tritt sie besonders als Liedsängerin in Erscheinung, auf der Opernbühne steht sie in Lille in der «Sache Makropulos».
Salzburg ist ein gutes Pflaster für die Mezzosopranistin Nadezhda Karyazina: Kurzzeitig war sie dort am Landestheater engagiert, in diesem Jahr machte sie bei den ...
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Opernwelt Jahrbuch 2025
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 62
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Schizophrenie gehört bei ihm zur Karriere. Ab diesem Herbst sitzt Tobias Kratzer an beiden Seiten des Tisches zugleich, als interpretierender Künstler und als jener, der das alles bezahlt: als Herr über die Hamburgische Staatsoper. Eine Persönlichkeitsspaltung der anderen Art hat er schon hinter sich, 2008 war das. Beim Ring Award in Graz trat der gebürtige...
Als im Jahr 1960 die erste Ausgabe der OPERNWELT erschien, war die erste große Auseinandersetzung der Kritik mit dem Musiktheater der Nachkriegszeit bereits Geschichte: Wieland Wagner hatte 1951 zur Wiedereröffnung der Bayreuther Festspiele mit seiner «Ring»-Inszenierung und vor allem mit seinem «Parsifal» die bis dahin gültigen Sehgewohnheiten des Opernpublikums...
Der Riese steht in der Tür. Und er lächelt. So kennt man ihn, aus vielen verschiedenen Kontexten und gemeinsamen Erlebnissen. Paul Zoller ist ein stets freundlicher, zuvorkommender Mensch, doch nicht deswegen oder wegen seiner stattlichen Länge (er misst geschätzt einen Meter fünfundneunzig) darf man zu ihm aufblicken. Es sind seine Bühnenbilder, die uns den...
