Der Budenzauberer

Nicht erst in der Saison 2024/25 sind seine phantasiegeladenen Arbeiten aufgefallen. Paul Zoller besitzt schon seit Langem ein hohes Maß an Phantasie und Feingespür für (Seelen-)Landschaften. Für seine Bühnenbilder zu «CRÉATION(s)» in Mannheim und Kaija Saariahos «Innocence» an der Dresdener Semperoper ist er nun gekürt worden. Ein Porträt

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Der Riese steht in der Tür. Und er lächelt. So kennt man ihn, aus vielen verschiedenen Kontexten und gemeinsamen Erlebnissen. Paul Zoller ist ein stets freundlicher, zuvorkommender Mensch, doch nicht deswegen oder wegen seiner stattlichen Länge (er misst geschätzt einen Meter fünfundneunzig) darf man zu ihm aufblicken. Es sind seine Bühnenbilder, die uns den größten Respekt abnötigen. Weil sie Räume schaffen, in denen sich die Phantasie nach Lust und Laune austoben kann. Und weil diese Räume selbst von Phantasie durchglüht sind.

Paul Zoller ersinnt Räume, in denen man sich sogar dann noch wohl fühlen kann, wenn in ihnen der Schrecken haust; man denke nur an den kleinen weißen klaustrophobischen Kasten, in dem Dietrich Henschel im vorvergangenen Spätherbst an der Oper Bonn als Moses mit den Tücken der Materie und mehr noch mit seinen Dämonen kämpfte wie Don Quichotte gegen die (imaginären) Windmühlen. Natürlich vergebens.

«Moses und Aron» war der erneute Beweis, dass es auch in der Oper Traum-Teams gibt: hier einen Regisseur, dessen Erfindungsreichtum schier unermesslich zu sein scheint (Lorenzo Fioroni); dort einen Bühnenbildner, der diesen Erfindungsreichtum in theatral wirksame ...

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Opernwelt Jahrbuch 2025
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 66
von Jürgen Otten

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