«Giulietta e Romeo» bei den Schwetzinger Festspielen, mit Rinnat Moriah (Matilda); Foto: Festspiel/Annemone Taake

Wichtige Wiederentdeckungen der Saison

Der Boom war alles andere als Zufall: Mit Kurzopern setzten sich Komponisten des 20. Jahrhunderts polemisch gegen die ausladenden Riesenwerke der Wagner-Nachfolge samt ihrer Bedeutungsträchtigkeit und Klangopulenz ab, frei nach der Devise des jungen Brecht: «Glotzt nicht so romantisch!» Diesem Postulat folgte auch Ernst Křenek, als er Mitte der 1920er-Jahre die drei Einakter «Der Diktator», «Schwergewicht oder die Ehre der Nation» und «Das geheime Königreich» komponierte.

Dirigent Lothar Zagrosek und dem Regisseur David Hermann gelang in Frankfurt ein stimmiger Abend, der die unterschiedliche Aufklärungsästhetik der drei Opern aufzeigte, ohne je didaktisch zu wirken (OW 6/2017)

Zu seiner Entstehungszeit war das Stück ein echter Hit. Dann aber geriet Niccolò Zingarellis Oper «Giulietta e Romeo» arg in Vergessenheit. Das Theater Heidelberg engagierte sich im Herbst 2016 in Schwetzingen für dieses Werk des Übergangs zwischen Frühklassik und romantischem Belcanto. Vor allem musikalisch konnte die Produktion dank des sachkundig-subtilen Dirigats von Felice Venanzoni neben der konzertanten Wiedergabe zuvor in Salzburg bestehen (OW 1/2017)

Den Titelhelden kennt jeder Opernliebhaber – ...

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Opernwelt Jahrbuch 2017
Rubrik: Bilanz, Seite 118
von Redaktion